Zum Inhalt springen

Warum Nahrungsergänzungsmittel beim Basedow sinnvoll sind

Vielleicht ist der Titel etwas plakativ, aber meiner Meinung nach ist es genau so: Beim Morbus Basedow nehmen Nahrungsergänzungsmittel einen wichtigen Platz ein. Warum das so ist? Hier kommt die Antwort!

Der Basedow verbraucht Körperressourcen

Während deines Basedow hast Du, wie Du sicher weißt, einen stark beschleunigten Stoffwechsel. Das bedeutet, dein Körper verbraucht von allem mehr – und das auch noch in Rekordgeschwindigkeit. Energie, Fette, Proteine, Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente … Die Liste ist lang.

Klar, irgendwoher muss dein Körper ja den Brennstoff nehmen für seine schweißtreibenden Arbeiten. Sei es der beschleunigte Puls bzw. Herzschlag, der unbändige Tatendrang, das nervöse Zittern oder das Hochkurbeln der Körpertemperatur, die dich schwitzen lässt.

Dies hat zur Folge, dass wir Basedowler ernährungstechnisch anders denken dürfen als Normalsterbliche. Denn unser Körper hat einen so hohen Bedarf an Mikronährstoffen, dass wir diese in Form natürlicher Nahrung kaum aufnehmen können. Wir kommen mit Essen buchstäblich nicht mehr hinterher.

Mikronährstoffe solltest Du ganz gezielt aufnehmen

Makronährstoffe wie Proteine, Fette und Kohlenhydrate können wir heutzutage gut mit unserer üblichen Nahrung aufnehmen. Im Technologiezeitalter haben wir Menschen eher ein Problem mit Übergewicht statt mit Untergewicht 😉

Aber Mikronährstoffe? Das ist schon ein ganz anderes Brett. Nicht zuletzt deshalb, weil unsere heutige Ernährung in weiten Teilen an Vitaminen und Spurenelementen verarmt ist. Ein Marmeladenbrötchen zum Frühstück, Schnitzel mit Pommes und etwas Salat zum Mittag, abends Brotzeit mit Käse und Wurst. Zwischendurch ein Joghurt oder ein Apfel. Das wäre ein Beispieltag vieler moderner Menschen.

Der Apfel und das bisschen Salat zum Mittag machen nährstofftechnisch im wahrsten Sinne des Wortes „den Kohl nicht fett“ – schon für einen normalen Menschen! Wie soll das erst bei uns Basedowlern aussehen?

Nun könntest Du natürlich sagen: „Aber Caro! Ich ernähre mich gesund und achte auf mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag!“

Das ist gut. Ohne jede Frage. Sehr gut sogar und eine hervorragende Grundlage. Aber leider reicht dies immer noch nicht. Ich durfte es am eigenen Leib erfahren. (Hinweis! Ganz davon abgesehen, sinkt der Nährstoffgehalt unserer heutigen Lebensmittel. Also auch der von Obst und Gemüse. Einen tollen Beitrag dazu findest Du auf Urgeschmack.)

Meine Ernährung ist tatsächlich seit Jahren ziemlich gesund, möchte man meinen. Morgens Porridge mit frischen Früchten, mittags Vollkornnudeln mit Gemüse und Ei, abends eine Gemüsepfanne mit Kichererbsen und Lachs. Das ist ein völlig normaler Tag (nun gut – heutzutage fällt natürlich der Lachs weg). Dazu esse ich regelmäßig Nüsse und nasche nur sehr wenig. Klingt doch erstmal ganz gut, oder?

Viele meiner Blutwerte sahen nicht rosig aus

Als ich meine Blutwerte testen ließ, lag ich mit vielen Ergebnissen gerade mal im unteren Normbereich (Ferritin, d.h. Eisen, Magnesium, Vitamin B12 sowie Zink). Und das mit einer halbwegs passablen Ernährung.

Gerade mit einer Autoimmunerkrankung wie dem Basedow solltest Du jedoch mindestens gute, eher sehr gute Werte anstreben.

Was bei mir übrigens richtig gut aussah: Selen! Weil ich viele Nüsse esse. Meines Wissens nach musst Du für einen optimalen Selenhaushalt keine Tabletten kaufen, sondern kannst einfach drei, vier Macadamias pro Tag knabbern. Aber das nur so am Rande 😉

Basedow Vitamin D

Vitaminmangel kann zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen führen

So wurde beispielsweise festgestellt, dass ein Mangel an Vitamin D die Entstehung von Autoimmunerkrankungen – zu denen auch dein Basedow zählt – begünstigt (Quelle). Man geht davon aus, dass Mikronährstoffe großen Einfluss auf verschiedenste Stoffwechselbereiche ausüben und bei Erkrankungen, die das Immunsystem betreffen, vermehrt Mikronährstoffe verbraucht werden (Quelle).

Hier kommt noch ein Beispiel: Erst 2016 veröffentlichten dänische Wissenschaftler eine Studie zur Wichtigkeit einer Selensupplementierung bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse¹.

Ich könnte noch lange so weitermachen, aber Du hast den Punkt verstanden: Du benötigst eine sehr gute Versorgung mit Mikronährstoffen.

Meiner Meinung nach sind sie ein essentieller Pfeiler in der Behandlung des Basedow, denn wenn sie fehlen, bringt das dein ganzes Immunsystem durcheinander. Zusätzlich zum Basedow, unter dem dieses ohnehin schon aus dem Gleichgewicht geraten ist, wäre das ein echtes Problem. Es ließe dein Ziel – die Symptomfreiheit – ein Stück weiter in die Ferne rücken.

Außerdem kann es sehr gut möglich sein, dass dein Basedow auch erst durch die Unterversorgung mit bestimmten Mikronährstoffen begünstigt wurde. Findest Du nicht auch, das sind mehr als genug Argumente dafür, deinen Vitamin- und Mineralstoffstatus im Auge zu behalten?

Hier erzähle ich Dir, was es mit dem Mikronährstoff Eisen auf sich hat und wie ich ihn im grünen Bereich halte 🙂 Schau auf jeden Fall auch in den Artikel zum Magnesium, einem der wichtigsten Mikronährstoffe überhaupt! So viel kann ich schon sagen: Es kann viiiiiiel mehr, als nur Muskelkrämpfe verhindern^^

Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin, Heilpraktikerin oder dergleichen, also kein Fachmensch. Alle meine Beiträge basieren auf meinen eigenen Erfahrungswerten und über die Zeit gesammeltem Wissen.

¹ Wichman J, Winther KH et al.: Selenium Supplementation Significantly Reduces Thyroid Autoantibody Levels in Patients with Chronic Autoimmune Thyroiditis: A Systematic Review and Meta-Analysis; Thyroid. 2016 Dec;26(12):1681-1692. Epub 2016 Nov 2.

Published inBehandlungErnährung

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.