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Was hat es eigentlich mit diesen TRAK auf sich?

TRAK – oder auch: „TSH-Rezeptor-Antikörper“ – sind die „Antikörper des Basedow“. Sie sind verantwortlich für die Symptome, die dein Basedow verursacht, weil sie die TSH-Rezeptoren deiner Schilddrüse blockieren. Damit kann das TSH deine Schildi nicht mehr in Sachen „Hormonproduktion“ ausbremsen. Die Folge: Zu viele Hormone. Und das führt zu deiner Überfunktion.

Hinweis: Mehr zu den Blutwerten des Basedow erfährst Du hier!

Das bedeutet im Umkehrschluss: Keine TRAK, kein Basedow.

Operation führt nicht zwingend zum Verschwinden der TRAK

Viele Basedowler nehmen an, dass nach einer Operation auch die TRAK verschwinden, da ja die Angriffsfläche – also die Schilddrüse – nicht mehr da ist. Die TRAK also keinen Nährboden mehr finden.

Diese Annahme ist grundfalsch!

Denn die TRAK werden durch die Entfernung der Schilddrüse ja nicht mit ausgelöscht. Es ist ja nicht so, dass sie an dem Schilddrüsengewebe „festkleben“ und dann herausgeschnitten werden.

Seit Längerem wurde bereits vermutet, dass die TRAK sich nicht nur in der Schilddrüse, sondern zum Beispiel auch in den Augen festsetzen1 Inzwischen ist das Ganze sogar nachgewiesen2 (Stichwort „Endokrine Orbitopathie“ bzw. Glubschaugen).

Warum? Weil offensichtlich auch andere Körperbereiche das Zuhause von TSH-Rezeptoren sind – den „Opfern“ der TRAK. Die Schilddrüse enthält aber mit Abstand die meisten TSH-Rezeptoren und ist deshalb das Organ, welches am härtesten vom Basedow getroffen wird.

Grundsätzlich ist das Verhalten der TRAK aber noch kaum erforscht. Manch einer, der eine OP oder auch Radiojodtherapie hinter sich hat, freut sich tatsächlich über eine Verringerung des TRAK-Wertes. Woran das liegt, ist noch nicht erforscht. Ich finde dass dieses Ergebnis nicht als definitive Folge einer Zerstörung/Entfernung der Schilddrüse angenommen werden kann, da der geringere TRAK-Wert nicht immer auftritt.3

Wenn die Schilddrüse weg ist, sind die TRAK egal?

Du ahnst schon, was ich auf diese Aussage antworten würde: Nein!

Denn die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest eine gewisse Anzahl an TRAK auch nach einer OP bleibt, ist hoch. Und diese TRAK finden, wie oben schon erwähnt, noch einige weitere Angriffspunkte in deinem Körper – gerne die Augen 🙁 Ein positiver TRAK-Wert kann also theoretisch auch in einem schildddrüsenlosen Körper zu einer Endokrinen Orbitopathie (Augen).

Das verdeutlicht noch einmal: Ein Basedow ist mit der Entfernung der Schilddrüse (auch der kompletten) nicht geheilt, leider. Die Überfunktionssymptome verschwinden, aber andere Symptome wie beispielsweise die oben genannte Augenschwellung können trotzdem auftreten. Du siehst, der Basedow ist mehr als „nur“ ein Schilddrüsenproblem.

Basedow TRAK

Gibt es Möglichkeiten, die TRAK zu senken?

Keine wissenschaftlich belegten.

Ich habe mit meiner Recherche keine Methode gefunden, die TRAK direkt zu bekämpfen. Zwar scheinen unsere Medikamente (Thiamazol etc.) die TRAK durchaus senken zu können4, aber sie werden in der Regel ja auch nicht lebenslang eingenommen.5

Wie ich oben erwähnt habe, haben manche Menschen nach einer OP oder Radiojodtherapie die Chance auf eine Verringerung des TRAK-Wertes. Ich habe häufig von Werten um die 40 bis 60 Prozent gehört, gelegentlich waren die TRAK sogar fast gar nicht mehr nachweisbar. Aber bitte bedenke, niemand weiß, warum das ausgerechnet bei diesen Menschen so ist und andere trotz endgültiger Therapie keine Verbesserung des TRAK-Wertes erzielen.

Es gibt außerdem Berichte von Basedowlern, die ihren TRAK mit dem gezielten Auffüllen wichtiger Mikronährstoffe und Vitamine gesenkt haben. Beispielsweise Selen, Eisen, Vitamin D, Zink und/oder Magnesium. Auch dies ist wissenschaftlich nicht belegt. Ich selbst finde dies nachvollziehbar und bin der Ansicht, dass der Körper mit allen benötigten Nährstoffen versorgt sein muss, um optimal funktionieren zu können. Deshalb achte ich sehr auf meine Nährstoffversorgung, jedoch immer unter regelmäßigen Blutkontrollen. Ich supplementiere niemals blind.

Wenn Du dich auf diesem Blog schon ein wenig auskennst, weißt Du, dass ich ein großer Spurenelement- und Vitaminfreund bin.

TRAK regelmäßig prüfen

Ich halte es so, dass ich die TRAK regelmäßig mitprüfen lasse. Mit „regelmäßig“ meine ich: in etwa alle halbe Jahre. Sprich das Ganze aber immer mit deinem Arzt ab!

Letztendlich wirst Du als Basedowler womöglich immer TRAK im Blut nachweisbar haben, mal mehr, mal weniger. Je nach Verlauf deines Basedow. In „aktiven“ Phasen bzw. wenn Du dich in einem Rückfall befindest, höchstwahrscheinlich mehr. In ruhigen Phasen kann der Wert sogar nah gegen null gehen. Es gibt aber zum Beispiel auch Menschen mit nachweisbaren TRAK, die absolut gesund bleiben und nie Symptome entwickeln.6 Prinzipiell ist alles möglich.

Ich bin der Meinung, dass der aktive Basedow in aller Regel nicht von einem, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren ausbricht. Also TRAK plus psychischem/körperlichem Stress und/oder Jodstress und/oder bestimmte körperliche Veranlagungen (wie von Linda in ihrem Interview angeführt) und/oder … und/oder … und/oder. Auch allgemein wird gesagt, dass sich der Zeitpunkt seines Ausbruchs nicht bestimmen lässt und dass beispielsweise auch vorangegangene Virusinfektionen einen Einfluss nehmen könnten.7

Ich mache mich wegen meines TRAK-Wertes jedenfalls nicht verrückt – zumal ein bestimmter TRAK nicht immer zwingend zu Symptomen führen muss. Daher behalte ich ihn einfach im Auge, halte Rücksprache mit dem Arzt meines Vertrauens und versuche, so gut wie möglich mit mir selbst umzugehen.

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Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin, Heilpraktikerin oder dergleichen, also kein Fachmensch. Alle meine Beiträge basieren auf meinen eigenen Erfahrungswerten und über die Zeit gesammeltem Wissen.

  1. Vgl. „TRAK“ unter: https://flexikon.doccheck.com/de/TRAK (abgerufen am 10.05.2022)
  2. Vgl. „Die endokrine Orbitopathie: Aktueller Stand zur Pathogenese, Diagnostik und Therapie“ unter https://www.aerzteblatt.de/archiv/1554/Die-endokrine-Orbitopathie-Aktueller-Stand-zur-Pathogenese-Diagnostik-und-Therapie (abgerufen am 11.05.2022)
  3. Vgl. Dürholt, Mareike: „Verlaufsbeobachtung zur Endokrinen Orbitopathie und von TSH-Rezeptor-Antikörpern nach Operation beim Morbus Basedow“ unter: https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-3359/1359.pdf (abgerufen am 11.05.2022)
  4. Vgl. „Hyperthyreose-Therapie je nach Ursache“ unter: https://www.praxis-depesche.de/nachrichten/hyperthyreose-therapie-je-nach-ursache/ (abgerufen am 11.05.2022)
  5. Vgl. „HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN ZUR SCHILDDRÜSENERKRANKUNG FAQ ZU MORBUS BASEDOW“ unter: https://www.forum-schilddruese.de/erkrankungen/morbus-basedow/patienten-fragen-nach#:~:text=Bei%20etwa%20der%20H%C3%A4lfte%20der,teilweise%20oder%20vollst%C3%A4ndig%20entfernt%20werden. (abgerufen am 11.05.2022)
  6. Vgl. Bender, Marion: Morbus Basedow – Alternativ behandeln und die Schilddrüse erhalten, Deutschland: Independently Published, 2020, S. 65., ISBN: 979-8664968927
  7. Vgl. Feichter, Martina: „Morbus Basedow“ unter: https://www.netdoktor.de/krankheiten/schilddruesenentzuendung/morbus-basedow/ (abgerufen am 11.05.2022)
Published inFakten und WissenLaborwerte

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