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Was passiert bei einer Szintigraphie?

Die Szintigraphie: Wenn dein Hausarzt dich mit deinem Basedow zu einem Nuklearmediziner – ich nenne ihn der Einfachheit halber „Nuk“ – schickt, wird das vermutlich eine deiner ersten Untersuchungen sein. Was dich erwartet, erfährst Du in aller Kürze hier!

Der Pieks

Ganz zuerst musst Du deinem Nuk eine kleine Info geben, ob Du schwanger bist oder stillst 🙂 Falls ja, wird die Szintigraphie nur dann durchgeführt, wenn es gar keine andere Möglichkeit gibt. (Persönlich würde ich in diesem Fall aber lieber einen Endokrinologen aufsuchen, der eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse vornimmt. Das ist eine sehr schonende Alternative).

Wenn dein Arzt Dir grünes Licht gibt, bekommst Du zunächst einen Pieks mit der Spritze. Meistens in den Arm. Hier wird Dir eine radioaktive Substanz verabreicht. Keine Sorge, das klingt furchteinflößender, als es ist. Die Strahlenbelastung ist nur gaaaanz gering (ungefähr so wie bei einem Röntgenbild) und es gibt auch keine Nebenwirkungen. Du kannst hinterher beispielsweise auch ganz normal Autofahren.

Basedow Szintigraphie

Die Wartezeit

Jetzt musst Du einen Moment warten, bis die gespritzte Substanz sich in deiner Schilddrüse angereichert hat. Das dauert je nach verabreichtem Stoff unterschiedlich lange.

  • Technetium-Pertechnetat: 5 bis 25 Minuten
  • Natriumiodid: 2 bis 4 Stunden

Ein ganz schöner Unterschied!

Bitte beachte, Natriumiodid enthält natürlich Jod, das bei einer Schilddrüsenüberfunktion problematisch ist. Dein Arzt wird das im Blick haben, sprich ihn aber vor der Injektion darauf an. Sicher ist sicher. Laut der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin wird für Schilddrüsen-Szintigraphien aber ohnehin lieber Technetium-Pertechnetat eingesetzt.

Du kannst in der Wartezeit meist auch herumspazieren. Also, Du brauchst andere Menschen nicht zu meiden, wie es zum Beispiel bei einer Radiojodtherapie der Fall ist. Dafür strahlst Du nicht genug 😉

Basedow Szintigraphie

Die Aufnahme

Ist die Wartezeit abgelaufen, werden dann die Aufnahmen von deiner Schilddrüse angefertigt. Deine Kleidung lässt Du in der Regel an, nur metallische Sachen (Gürtel, Schnallen, Schmuck, etc.) wirst Du kurz beiseite legen müssen. Dann legst Du dich auf den Rücken und versuchst, dich so wenig wie möglich zu bewegen. Kopfbewegungen oder Schlucken verschlechtern die Aufnahme! Manchmal darfst Du auch Sitzen statt Liegen. Das Bild wird nun von einer (Gamma-) Kamera gemacht, die Dir ziemlich dicht auf die Pelle rückt. Das geht auch schnell, so um die zehn Minuten.

Das Bild anschauen 🙂

Der radioaktive Stoff hat sich in den aktiven Regionen deiner Schilddrüse angereichert und gibt nun Strahlung ab. Die Gamma-Kamera fängt diese auf und stellt sie bildlich dar: Das Ergebnis ist das sogenannte „Szintigramm“. Mit einem Basedow wirst Du viele rote Regionen im Gewebe sehen. Du ahnst es: Das sind die Bereiche, die stoffwechseltechnisch gerade auf Hochtouren laufen. Grüne Flächen – also gering aktive Bereiche, in denen sich wenig radioaktive Substanz angesammelt hat – werden kaum zu sehen sein.

Dieses Szintigramm bekommst Du übrigens direkt, nachdem die Kamera „mit Dir fertig ist“. Du hast da also keine oder nur eine sehr geringe Wartezeit.

Übrigens: Falls Du bereits ein Schilddrüsenmedikament einnimmst oder auch ein jodhaltiges Medikament (wovon ich nicht ausgehe), musst Du diese einige Zeit vor der Szintigraphie absetzen. Das sagt Dir dann aber dein Arzt.

Das war’s schon.

Gibt es Alternativen?

Die gibt es 🙂

Wenn es sich um die erste Untersuchung deiner Schilddrüse handelt, kannst Du alternativ zur Szintigraphie beim Nuklearmediziner auch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) beim Endokrinologen durchführen lassen.

Persönlich mag ich das lieber, weil die Spritze ebenso entfällt wie die Wartezeit und das Absetzen eventueller Medikamente. Zudem ist der Ultraschall auch für Schwangere und Stillende geeignet.

Es kann aber auch sein, dass Du bereits eine Sonographie hinter Dir hast. In aller Regel reicht diese zum Nachweis des Basedow auch aus. Manchmal kommt aber die Szintigraphie als weiterführende Diagnostikmethode zum Einsatz. Das ist vor allem dann der Fall, wenn der Ultraschall einen Verdacht auf Krebs (Karzinom) gebracht hat. Hier ist die Szintigraphie meines Wissens nach alternativlos. Von einer Gewebeentnahme mittels Punktion einmal abgesehen.

Du siehst, die Szintigraphie ist ein risikoarmes Verfahren, mit dem entweder dein Basedow einwandfrei festgestellt wird oder weiterführende Untersuchungen gemacht werden können. Sie tut nicht weh und führt auch nicht zu Nebenwirkungen. Und wenn Du Technetium-Pertechnetat gespritzt bekommst, ist auch die Wartezeit in Ordnung 🙂

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Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin, Heilpraktikerin oder dergleichen, also kein Fachmensch. Alle meine Beiträge basieren auf meinen eigenen Erfahrungswerten und über die Zeit gesammeltem Wissen.

Published inBehandlungFakten und Wissen

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