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Stress als Auslöser für den Basedow?

Wenn es um die Ursachen des Morbus Basedow geht, gibt es ja viele Spekulationen und Hypothesen. Also quasi alles bis auf gesichertes Wissen. Als ziemlich sicher gilt jedoch, dass die Psyche einen großen Anteil am Ausbruch des Basedow haben kann. Beispielsweise in Form von Stress.

Ursache ist nicht gleich Auslöser

Unterscheidung ist hier Gold wert!

Die Ursache ist der Grund für die Entstehung deines Basedow. Der Auslöser ist dann das sprichwörtliche „Zünglein an der Waage“, das ihn zum Ausbruch bringt.

Wir Frauen haben das stärkere Immunsystem

Den ausführlichen Artikel zu diesem Absatz inkl. Quellen findest Du hier 🙂

Zu den Ursachen, die derzeit diskutiert werden, zählt beispielsweise die genetische Veranlagung. Oder auch das Frau-Sein! Denn im Vergleich zu Männern haben wir Frauen das stärkere Immunsystem (da es nicht nur uns, sondern auch werdendes Leben schützen muss). Ein Immunsystem, das derart stark ist, dass es gelegentlich über das Ziel „hinausschießt“. Eine Autoimmunerkrankung entsteht, bei der das Immunsystem die eigenen Zellen angreift. Deshalb sind Frauen häufiger von Autoimmunerkrankungen betroffen, Männer dagegen reagieren empfindlicher auf Infektionskrankheiten (der typische „Männerschnupfen“) – aber das nur am Rande 😉

Stress als Risikofaktor des Basedow

Welche psychische Verfassung wirkt sich denn so übel, dass theoretisch ein Basedow zum Ausbruch kommen könnte?1 Du ahnst es bereits: Es ist der uns Basedowlern bestens vertraute (negative) Stress. Dieser kann in meinen Augen unterschiedliche Formen annehmen:

  • körperlicher und geistiger Stress durch einen überbordenden Terminkalender, der dich überfordert und keine Zeit für Erholungspausen lässt
  • tiefe Trauer erzeugt seelischen Stress, zum Beispiel der Verlust eines guten Freundes oder Familienmitglieds
  • Angst ruft ebenfalls seelischen Stress hervor, besonders, wenn sie chronisch wird. Zum Beispiel die monatelange Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, verbunden mit tage-und nächtelangen Grübeleien, die wiederum körperliche Erschöpfung nach sich ziehen
  • Für Wut und Hass gilt das Gleiche.
  • Ebenso problematisch sind ungelöste, tiefgreifende Probleme, die an der Seele nagen.

Ich könnte die Liste noch lange fortsetzen.

Stress verändert die Funktion des Immunsystems

Was ist es genau, das den Stress zu einem so potenten Auslöser für den Morbus Basedow macht?

Die Antwort ist, er verändert deinen Hormonhaushalt2. Das passiert nicht zufällig! Es ist der Versuch deines Körpers, dich aus deiner misslichen Lage zu befreien. Er passt deinen Hormonstatus so an, dass Du entweder kämpfen oder flüchten kannst – zumindest hätte das noch in den meisten Situationen unserer steinzeitlichen Ahnen funktioniert. Die haben sich aber auch noch keinen Kopf um Wirtschaftskrise und Arbeitsplatzverlust gemacht.

Die hormonellen Änderungen, die dein Körper vornimmt, sind nützliche Spezialisten.

Allerdings nur für eine begrenzte Zeit.

Halten sie zu lange vor, kehrt sich ihre Wirkung ins Gegenteil um und sie werden zu Gift. Warum? Unter anderem, weil der in Stresslagen produzierte Hormoncocktail die Funktionsweise deines Immunsystems verändern kann.

Und was ist der Morbus Basedow? Eine Fehlreaktion des Immunsystems, wie andere Autoimmunkrankheiten auch.

Stress ist eine Entscheidung

Da Stress eine geistige Empfindung ist, kann man meiner Meinung nach daran arbeiten. Damit meine ich, es ist meine Entscheidung, Stress zu empfinden. Klingt vielleicht hart, ist aber am Ende für mich die logische Schlussfolgerung.

Warum freut sich der eine auf jeden einzelnen Arbeitstag in der Woche, während der andere sich morgens schon beim Gedanken an die nächsten Stunden am liebsten krankmelden würde? Und das, obwohl beide objektiv betrachtet die gleiche Tätigkeit ausführen? Häufig liegt’s an der Einstellung.

Nehmen wir zum Beispiel eine Verkäuferin, die es mit einem schwierigen Kunden zu tun bekommt. Die eine packt ihr Problem mit dem Gedanken an: „Den fresse ich doch zum Frühstück. Komm Du nur her!“ Und die andere, die exakt den gleichen Typen vor sich hat, sagt sich: „Warum eigentlich immer ich? Kann sich den nicht jemand anderes vornehmen?!“

Beide müssen das Problem jedoch lösen, denn es ist ihr Job. Wer von beiden wird dabei den negativen Stress empfinden?

Was ich damit sagen möchte: Häufig kannst Du Stress vermeiden, indem Du an deiner inneren Einstellung arbeitest. Denn Stress ist eine Empfindung. Wenn Du positive Empfindungen hast, haben negative Gefühle und damit negativer Stress keinen Platz. Mir ist klar, dass dies nicht immer einfach umzusetzen ist. Aber Du wirst überrascht sein, in wie vielen Situationen es möglich ist!

Stress äußert sich nicht nur geistig …

… sondern ist häufig auch körperlicher Natur. Zum Beispiel kann dein gesamtes Nervensystem überfordert sein, weil Du von einem Termin zum nächsten rennst.

Aber auch dieser Stress lässt sich meist gut reduzieren, wenn man nur will. Ein voller Terminkalender lässt sich meistens verschlanken. Aufgaben abgeben, bewusste Nichtstu-Tage einplanen (mindestens einer pro Woche!), und wenn es sein muss, vielleicht auch mal eine Vereinsmitgliedschaft kündigen. Es bringt Dir nichts, wenn Du das alles nicht genießen oder nicht mehr machen kannst, weil deine Gesundheit Dir irgendwann einen Strich durch die Rechnung macht.

Häufig fühlen wir uns auch zu Dingen verpflichtet, auf die wir keine Lust haben. Zum Beispiel, weil Familie, Freunde oder die Gesellschaft es von uns erwarten. Manch einer lässt sich jahrelang jeden Samstagabend zur Partynacht mitschleifen, „weil man das eben so macht“. Und weil es doch irgendwie komisch und traurig aussieht, stattdessen gemütlich an der Konsole zu zocken, allein ein Buch zu lesen oder nur mit dem Partner einen kuscheligen Gammelabend auf der Couch zu verbringen. Sowas darfst Du gern hinterfragen 🙂

Schlage dem Stress ein Schnippchen

Stress spielt als Auslöser des Morbus Basedow eine Rolle – keine gute Nachricht für super aktive Menschen mit vollen Terminplanern, die obendrein noch etwas sensibler veranlagt sind als andere. Aber wir haben über diese Geißel des 21. Jahrhunderts mehr Macht, als wir glauben! Den Verlust eines geliebten Menschen kann niemand verhindern und Trauer darf da auch nicht verboten sein. Aber in so vielen anderen Situationen bist Du es, der entscheidet.

Du entscheidest, ob Du das Positive in einer unvermeidbaren Situation sehen willst.

Du entscheidest, ob Du morgen früh kurzfristig als Babysitter einspringen willst.

Du entscheidest, ob Du unbedingt ohne Schlafpause von Hamburg nach Rom mit dem Auto durchfahren willst.

Du entscheidest, deinen Ruhetag ausfallen zu lassen und stattdessen alle zweihundert Silberlöffel zu polieren, die Du vorgestern auf dem Dachboden gefunden hast.

Überbordener, negativer Stress hat mit 99-prozentiger Sicherheit meinen Basedow zum Ausbruch gebracht. Stressreduktion ist eine der wichtigsten Stellschrauben, an denen ich gedreht habe. Seitdem geht es mir wieder großartig. So einfach ist es vielleicht nicht für jeden von uns. Aber ich bin mir sicher: Wer sein Stresslevel kontrolliert, der kontrolliert wenigstens einen Baustein des Basedow. Ich weiß, es gibt womöglich noch viele mehr. Aber allein schon im Sinne eines lebenswertes Lebens finde ich: Das ist es wert.

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  1. Vgl. „Psyche als Krankheitsauslöser“ unter: https://www.morbusbasedow.de/index.php/psyche#:~:text=Psychischer%20Stress%20kann%20bei%20genetisch,Morbus%20Basedow%20ist%20nicht%20ausreichend. (abgerufen am 11.05.2022)
  2. Vgl. „Dauer-Stress gefährdet Hormongleichgewicht – Erholung oft langwierig“ unter: https://www.endokrinologie.net/pressemitteilung/dauerstress-hormongleichgewicht.php (abgerufen am 11.05.2022)
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