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Die wichtigsten Blutwerte des Morbus Basedow erklärt

Erstmal durchatmen. Hier sitzt du nun, die lange Liste mit den Blutwerten in der Hand, die dein Arzt dir gegeben hat. Viel hat er nicht gesagt – nur dass die “Schilddrüsenwerte” aus dem Ruder gelaufen seien und sich damit die Diagnose „Morbus Basedow“ bestätigt hat. Der Zettel mit dem Großen Blutbild strotzt nur so vor kryptischen Bezeichnungen, Messwerten und -bereichen. Was soll hier was sein? Was gehört wozu? Und vor allem: Welche Werte sind es denn nun, an denen mein Basedow festgemacht wird? Alles Wichtige sage ich dir hier.

TRAK – der wichtigste Wert

Dieses Kürzel bezeichnet die sog. TSH-Rezeptor-Autoantikörper. Die sind die Personalisierung dessen, was den Basedow definiert: Der greifbar gewordene Angriff deines Immunsystems auf die Schilddrüse.

An der Schilddrüse sitzen Rezeptoren für ein Hormon (TSH), das ihre Aktivität hemmt. TRAK setzt sich selbst auf diese Rezeptoren, sodass das TSH nicht mehr andocken kann. Die Folge: Deine Schilddrüse produziert Hormone im Überfluss, da sie nicht mehr gebremst wird.

Wo wir schon davon reden, kommen wir gleich zum TSH:

TSH

Ist in der Regel unterdrückt, wenn Du Morbus Basedow hast. Bei mir war es kaum noch im Blut nachweisbar. Es sorgt normalerweise dafür, dass deine Schilddrüse ihre Hormonproduktion bremst.

TPO-AK

Das sind Antikörper wie auch die TRAK, die sich aber gegen ein Schilddrüsenenzym (Peroxidase) richten. Ist dieser Wert erhöht, gilt dies ebenfalls als ein Indiz für Morbus Basedow.

Achtung! Manchmal ist der TRAK-Wert unauffällig. In diesem Fall prüft man die TPO-AK, dann nämlich können diese für den Basedow verantwortlich sein.

T3 und T4

Das sind genau die Hormone, die die Schilddrüse produziert, um deinen Stoffwechsel zu regulieren. Die Ziffern stehen für den Jodanteil, den sie enthalten: T3 hat 3 und T4 hat 4 Jodatome. Du weißt bestimmt, dass die Schilddrüse Jod benötigt, um ihre Hormone daraus herzustellen. Darauf zielen übrigens auch viele Medikamente ab!

T3 und T4 stehen in direktem Zusammenhang mit dem TRAK-Wert. Ist der TRAK erhöht, so sind es wahrscheinlich auch T3 und T4. Hier ist der Grund:

Wenn TRAK an die Schilddrüsenrezeptoren andockt, die eigentlich für das TSH bestimmt sind, werden T3 und T4 ausgeschüttet – die “greifbare” Überproduktion von Hormonen bei Basedow, genau das ist hiermit gemeint. Dockt TSH bei einer normalen Schilddrüsenfunktion an die Rezeptoren an, wird die Ausschüttung von T3 und T4 reguliert. TRAK hingegen öffnet die Schleusen.

blutproben leer

Und wann sind die Werte nun schlecht?

Steht in der Regel auf deinem Laborzettel 😉

Die Referenzwerte können von Labor zu Labor abweichen, ich weiß auch nicht woran das liegt. Zudem sind die Einheiten häufig unterschiedlich. Also hol Dir ruhig mehrere Quellen ein! Hier sind meine Werte:

TPO-AK:

  • Normal: alles unter 80 U/ml
  • Grenzwertig: 80 – 150 U/ml
  • Zuviel: ab 150 U/ml und mehr

TRAK:

  • Normal: alles unter 1 IU/l
  • Grenzwertig: 1-2 IU/l
  • Zuviel: ab 2 IU/l und mehr

TSH:

  • Normal: 0,30 bis 4,0 mU/l

T3:

  • Normal: 60 bis 180 ng/dl

fT3:

  • Normal: 2,2 bis 4,5 ng/l

T4:

  • Normal: 4,5 bis 11 microg/dl

fT4:

  • Normal: 0,7 bis 1,6 ng/dl

Kniffelig wird es manchmal bei der Unterscheidung zwischen Hashimoto und Basedow anhand der Blutwerte, da beispielsweise bei beiden der TSH-Wert erhöht sein kann. Mehr dazu hier.

Eine schöne Auflistung der Werte findest Du hier, dies ist auch meine Quelle.

Übrigens: Mehr zu T3, T4, TSH und Schilddrüsenerkrankungen im Allgemeinen findest Du in diesem Artikel.

Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin, Heilpraktikerin oder dergleichen, also kein Fachmensch. Alle meine Beiträge basieren auf meinen eigenen Erfahrungswerten und über die Zeit gesammeltem Wissen.

Published inFakten und WissenLaborwerteSymptome und Diagnose

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