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Ina und ihr Basedow

Es ist wieder Interview-Zeit! Heute erzählt Ina aus Flensburg über ihren Basedow. Sie hat bereits eine OP hinter sich – die nach ihren Erfahrungen übrigens überhaupt nicht schlimm ist!

Liebe Ina, möchtest Du uns ganz kurz etwas über dich erzählen?

Hallo, ich bin Ina, 49 Jahre alt, Diplom-Pädagogin und komme aus dem schönen Flensburg.

Ich bin Single, lese und gärtner gerne.

Ich war schon vor dem Basedow schwerbehindert, da ich diverse Erkrankungen wie Fibromyalgie, Asthma etc habe.

Wann wurde der Basedow zum ersten Mal bei dir festgestellt?

Der Basedow wurde nach einem langen Weg 2018 diagnostiziert. Ich war vorher wegen des hohen Pulses beim Kardiologen und bei diversen anderen Ärzten, da ich „dicke“ Augen hatte und sehr viel – 20 kg- abgenommen hatte.

Verdachtsdiagnosen waren vorher: zu untrainiert, Nierenversagen, Gehirntumor.

Erst der Augenarzt hatte den Tipp, sich mal die Schilddrüse anzugucken. Mit Erfolg, endlich. Denn da war klar, dass die Schilddrüse schuld ist.

Wie war deine Reaktion bei der Diagnose?

Ich war über die Diagnose sehr erleichtert, da es kein Gehirntumor oder ähnliches war.

Ich bin aber von den Ärzten nicht über Basedow und die möglichen Auswirkungen informiert worden und habe es daher vollkommen unterschätzt.

Was für Symptome hattest Du? Wie hast Du dich gefühlt?

Ich hatte einen Ruhepuls von 130, Herzrhythmusstörungen, dicke geschwollene Augenlider und habe in kurzer Zeit 20 KG abgenommen. Ich selber fühlte mich wegen der Augen schlecht, fand aber die Gewichtsabnahme klasse. Ich war gleichzeitig überdreht, voller Energie und dann wieder zu Tode erschöpft.

Die Herzrhythmusstörungen haben mir Angst gemacht. Da der Kardiologe aber gesagt hat, dass diese ungefährlich sind, habe ich versucht sie zu ignorieren.

Warst du krankgeschrieben?

Vor der Diagnose war ich nicht krankgeschrieben, danach wurde ich einige Wochen aus dem Verkehr gezogen.

Nimmst Du derzeit Medikamente?

Man hat mir dann für ca. fünf Monate Tabletten (Carbimazol und Propylthiouracil) verschrieben, die den Basedow in Schach halten sollten. Von den ersten bekam ich sehr viel Wasser in den Beinen, so dass ich nicht mehr gehen konnte. Bei den zweiten verschlechterten sich meine Nieren- und Leberwerte, so dass meine Hausärzte nicht mehr weiterwussten.

Dann wurde ich in das UKSH Kiel überwiesen.

Dort schlug man mir nach eingehenden Untersuchungen die Radio-Jod-Therapie oder die OP vor.

Da ich unter Angst in geschlossen Räumen leide, habe ich mich sofort für die OP entschieden.

Zur Zeit nehme ich L-Thyroxin von Henning 200mg, abends 25 mg, morgens 175mg.

Vertraust Du allein auf den Rat deiner Ärzte oder unternimmst Du selbst auch etwas, um den Basedow zu beruhigen bzw. symptomfrei zu werden?

Ich vertraue den Ärzten in Kiel und den Werten. Eventuell bin ich auch etwas zu „faul“, um mir Alternativen anzueignen.

Wie hat dein Umfeld auf deine Krankheit reagiert?

Da ich generell durch meine Vorerkrankungen „angeschlagen“ bin, ist die Reaktion ein „das nun auch noch“ gewesen und eher Mitgefühl.

Besitzt Du deine Schilddrüse noch?

Nein.

Hast Du dich einer Operation oder RJT unterzogen?

OP.

Warum hast Du dich für die Operation entschieden?

Wie gesagt, auf Grund meiner Angst in geschlossenen Räumen kam nur die OP in Frage.

Muss ich Angst vor Schmerzen haben?

Nein, die Schmerzen sind nicht schlimm. Natürlich hat man Wundschmerzen, aber ich habe diese nicht als besonders schlimm erlebt. Direkt nach der OP gab es Medikamente intravenös, dann hat man mir IBU angeboten, die ich aber nicht genommen habe.

Wie ist der Operationsablauf? Muss ich Angst haben vor Komplikationen?

Nun ja, ich bin einen Tag vorher ins UK SH Kiel gefahren, da haben sie die ganzen Voruntersuchungen wie EKG, Blutdruck messen, HNO (Stimmbänder sichten) erledigt. Dann bekam ich abends die Beruhigungsmittel, durfte einige Stunden vorher nichts mehr essen. Morgens wurde ich dann abgeholt, zur OP gefahren und gut vom Anästhesisten betreut. Dann bin ich im Aufwachraum wieder wachgeworden. Am übernächsten Tag bin ich wieder in Flensburg gewesen. Ich war danach 14 Tage krankgeschrieben, da ich stark Migräne durch die Hormonumstellung hatte. Leider hat es lange gedauert, bis ich richtig eingestellt war.

Komplikationen gab es bei der OP nicht.

Würdest Du es wieder machen? Was hat sich verbessert oder verschlechtert?

Ja, ich würde die OP wieder machen lassen. Meine Augen, die endokrine Orbitopathie, sind besser geworden. Der Puls ist immer noch zu hoch, aber nicht mehr so extrem. Leider habe ich wieder stark zugenommen. Aber ich bin wieder sehr viel ruhiger geworden.

Bestimmt der Basedow deinen Alltag merklich oder hat sich für dich nur wenig geändert?

Nein, der Basedow spielt eher eine untergeordnete Rolle. Meine anderen Erkrankungen beeinträchtigen mich viel mehr. Das einzige, was manchmal stört, dass ich die Tablette eine halbe Stunde vor dem Frühstück nehmen muss.

Hast Du den Eindruck, Morbus Basedow ist im Vergleich zum Hashimoto eher unbekannt?

Das weiß ich nicht, mich hat nur erstaunt wie viele Leute etwas mit der Schilddrüse haben.

Was ist deine größte Sorge bezüglich deines Basedow?

Ich habe keine Sorge.

Und was ist deine größte Hoffnung?

Da ich keine Sorgen mit dem Basedow habe, habe ich auch keine besondere Hoffnung 😉

Was würdest Du den „Basedow-Frischlingen“ unter uns raten?

Bleibt ruhig und entspannt, hört auf Euer Bauchgefühl und sucht Euch einen guten Endokrinologen. Die Hausärzte kennen sich meist nicht so gut aus.

Hast Du noch ein paar abschließende Worte, eine Botschaft für alle Schmetterlinge auf dieser Welt?

Liebe Schmetterlinge… fliegt herum und genießt das Leben!

Danke liebe Ina, für dieses schöne Interview! Alles Gute dir 🙂

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