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Haarausfall bei Morbus Basedow

Es ist der schlimmste Alptraum für uns Frauen und die meisten Männer: Plötzlicher, starker Haarausfall. Gerade bei Morbus Basedow müssen wir aber leider damit rechnen.

Deine Diagnose liegt bereits ein paar Monate zurück und bis jetzt haben sich deine Haare wacker gehalten? Auch in diesem Fall möchte ich dich vorsichtig darauf vorbereiten, dass sich das leider ändern könnte. Es muss nicht! Aber es kann. So wie bei mir.

Mein Haarausfall kam lange nach der Diagnose

Am Anfang meines Basedow dachte ich noch: “Ein Glück. Der Haarausfall, von dem so viele sprechen, scheint mich zu verschonen.” Wenige Wochen später bemerkte ich dann, dass sich meine Haarstruktur veränderte.

Meine Haare – normalerweise dick, fest und “stabil” – fühlten sich zunehmend seidig, fein und flauschig an. Fand ich im ersten Moment schön, denn das fühlte sich wirklich angenehm an. Dennoch blinkte die Alarmleuchte in meinem Hinterkopf schon gelb. Ganz geheuer war es mir nicht.

Nochmal so ungefähr zwei, drei Wochen später stand ich dann morgens im Bad und hielt plötzlich eine erschreckend große Zahl Haare in der Hand.

Kein Büschel.

Aber eindeutig mehr als normal. Da fing ich dann an, mir wirklich Sorgen zu machen. Noch heute, gut zwei Monate später, fallen mehr Haare aus als üblich (wobei das aber schon wieder besser geworden ist). Aber die gute Nachricht ist: nur ein aufmerksames Auge bemerkt die Veränderung, denn gut 75 Prozent der Kopfbedeckung sind mir auch in Zeiten des stärksten Haarverlustes geblieben. Meine Mama hat es zum Beispiel gemerkt.

Keine Angst vor der Glatze

Eins kann ich schonmal vorwegnehmen: Auch wenn du unter Basedow Haarausfall bekommst: Du wirst höchstwahrscheinlich keinen kahlen Schädel davontragen. Auch, wenn es sich manchmal vielleicht so anfühlt (ich weiß wovon ich spreche, ohhhhh ja). Zumindest ist es das, was ich selbst erlebe und was bisher alle sagen, mit denen ich gesprochen bzw. von denen ich gelesen habe.

Was bei mir und den meisten anderen Fakt ist:

  • Die Haare werden dünner.
  • Sie bekommen eine feinere Struktur.
  • Viele Haare fallen aus. Mehr als sonst. Teilweise viel mehr. Je nach subjektivem Empfinden.
  • Haare bürsten könnte zum Stresstest werden.
  • Eventuell sieht die Außenwelt dir leichte Veränderungen an – mehr als punktuelle kahle Stellen sind aber unwahrscheinlich.

Und noch etwas ist Fakt:

Häufig kommt der Haarausfall mit einer zeitlichen Verzögerung

Quasi zeitlich versetzt. Manche bekommen den Haarausfall gleich zu Beginn des Basedow, andere – so wie ich – erst später, im zeitlichen Versatz. Woran das liegt, kann man nicht wirklich erklären.

Was ich gegen den Haarausfall unternehme

Hauptsächlich arbeite ich daran, den Basedow selbst unter Kontrolle zu bringen – logisch, da er ja die Ursache für den Haarausfall ist 😉 Das ist natürlich die allerwichtigste Maßnahme Nummer 1.

Die besten Methoden, um den Basedow in den Ruhezustand zu bekommen: Stressvermeidung, eine gesunde Lebensführung mit jodarmer und nährstoffreicher Ernährung, Meditation und Sport.

Und natürlich das Ausschalten all jener Faktoren, die bei Dir ganz individuell zum Ausbruch der Erkrankung geführt haben. Egal wie radikal die Maßnahmen sind – ergreif sie! Deine Gesundheit bestimmt, wie gut es Dir in deinem Leben geht. Ob Jobwechsel, die Reduktion von Alltagsaktivitäten oder sogar die Trennung von einem Menschen, der Dir nicht gut tut. Alle anderen Maßnahmen wirken nur unterstützend.

Weiterhin nehme ich Nahrungsergänzungsmittel: Vitamine und Mineralstoffe, die dem Körper fehlen. Durch den schnellen Basedow-Stoffwechsel verbrauchst Du vor allem Mikronährstoffe viel mehr und schneller, als Du jemals über die normale Ernährung zuführen kannst. An dieser Stelle sind entsprechende Präparate meiner Meinung nach nicht nur sinnvoll, sondern notwendig.

Über die Notwendigkeit von Magnesium habe ich hier bereits berichtet. Da Magnesium für die Aufnahme fast aller anderen Mikronährstoffe unverzichtbar ist, stelle als Erstes sicher, dass Du optimal mit diesem Mineral versorgt bist. Wie das geht, erklärt Dir mein Artikel.

(Übrigens: Mein Magnesium-Blutwert lag an der unteren tolerierbaren Grenze. Bevor ich mit anderen Präparaten anfing, habe ich Magnesium sechs Wochen lang mit 800 mg am Tag aufgefüllt.)

Dann habe ich Mikronährstoffe bzw. Präparate ergänzt, die die Haarwurzeln für ein gesundes Wachstum benötigen:

  • Cystin
  • Hirseextrakt
  • Vitamin B5
  • Weizenkeimöl

Dies mache ich so inzwischen seit einem guten Monat.

Das Ergebnis meiner bisherigen Bemühungen: Mein Haarausfall ist zwar noch vorhanden, aber stark zurückgegangen, will heißen:

Ich verliere inzwischen weniger Haare 🙂

Ich bin sehr gespannt, wie sich das Ganze über die Monate noch entwickelt.

Welche der Maßnahmen jetzt genau geholfen haben bzw. helfen, kann ich letztlich natürlich nicht sagen. Ich schätze, es ist eine Kombination. Denn ich nehme nicht nur meine Mikronährstoffe – auch die Schilddrüsenwerte liegen seit mittlerweile drei Blutabnahmen im grünen Bereich, worüber ich mega glücklich bin.

Ich kann es nur immer wiederholen: Höre auf deinen Basedow, sieh ihn als Hinweis deines Körpers, dass etwas in deinem Leben schiefläuft. Und dann zieh’ die Boxhandschuhe an und schmeiß’ diese Probleme über Bord!

Eine Schlussbemerkung noch: Sei geduldig. Wie Du gesehen hast, sprechen wir beim Haarausfall aufgrund von Basedow über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Monate, bis er sich zeigt. Monate, die er bleibt. Und Monate, bis er sich bessert. Nahezu alle Probleme, die mit deinem Basedow in Zusammenhang stehen, brauchen Zeit. Gib Dir diese Zeit.

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Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin, Heilpraktikerin oder dergleichen, also kein Fachmensch. Alle meine Beiträge basieren auf meinen eigenen Erfahrungswerten und über die Zeit gesammeltem Wissen.

Published inFakten und Wissen

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