Zum Inhalt springen

Eisenmangel unter Morbus Basedow

Eisen: Es ist eins der Spurenelemente, die Du beim Morbus Basedow im Blick behalten solltest. Ähnlich wie deine Schilddrüse ist es eine Art Universalgenie – denn alle Stoffwechselvorgänge, die Sauerstoff brauchen, benötigen auch Eisen. Dieses transportiert das lebenswichtige Gas nämlich quer durch den Körper.

Oh, und falls Du dich über das Beitragsbild wunderst: In deinem Körper ist eine Eisenmenge gespeichert , die etwa der Größe eines Nagels entspricht 😉

Warum ist Eisen wichtig für die Schilddrüse?

Gut dreiviertel des Eisenhaushaltes im Körper ist im Blut gebunden. Das andere Viertel jedoch wird an anderen Stellen im Körper gebraucht, wie zum Beispiel an deiner Schilddrüse. Neben Jod spielt nämlich auch Eisen eine wichtige Rolle bei der Hormonherstellung durch das Schmetterlingsorgan. Das heißt, selbst wenn alle anderen Bausteine wie Jod oder Selen vorhanden sind: Bei Eisenmangel tut sich gar nichts. Daher haben auch viele Hashimoto-Patienten zu wenig Eisen im Blut.

Morbus Basedow könnte einen Eisenmangel hervorrufen

Hashimoto? Das geht doch mit einer Schilddrüsenunterfunktion einher und ist das genaue Gegenteil von meinem Basedow! Du hast absolut recht. Aber: Durch den beschleunigten Stoffwechsel unter Basedow kann auch dieser einen Eisenmangel bedingen.

Außerdem können starke Anstrengungen und alles was den Körper stresst, zu einem vermehrten Eisenverbrauch führen. Und wie fühlt man sich unter Basedow? Richtig. Gestresst, gehetzt, aufgekratzt, nervös und unruhig (in den allermeisten Fällen jedenfalls).

Allein die Tatsache, dass durch den Basedow alle Ressourcen im Körper mehr und schneller verbraucht werden, ist ein Risikofaktor für Eisenmangel.

Übrigens: Stress bedeutet auch häufig Verdauungsprobleme. Warum ist das so? Weil der Körper auf ein Notprogramm („Flucht oder Kampf“) umschaltet und zuerst die dafür benötigten Körperstrukturen mit Sauerstoff, Energie etc. versorgt. Der Klassiker sind hier sämtliche Sinnesorgane wie die Augen oder natürlich die Beinmuskulatur. Es erfolgt quasi eine Umlenkung des Treibstoffes auf die akut wichtigen Motoren. Die Verdauung steht da leider ziemlich an der letzten Stelle. Aber gerade im Darm (und dazu auch noch in einem nur sehr kurzen Abschnitt!) wird Eisen aus der Nahrung aufgenommen. Die Folge von Stress? Eisenmangel, da der Darm gar nicht erst die Möglichkeit bekommt, das Eisen aufzunehmen.

Auch die Menstruation kann zu einem Eisenmangel führen

Wir Frauen kennen das. Denn wir leiden häufiger unter Eisenmangel, da wir monatlich eine gute Menge Blut durch die Regelblutung verlieren. Gerade beim Morbus Basedow kommt es durch den schnelleren Stoffwechsel gern zu besonders heftigen oder häufigen Blutungen – und damit Eisenverlust.

Eisenmangel kann Haarausfall hervorrufen …

Den Du als Basedow’scher Schmetterling vielleicht kennst.

Da der Körper sich erst um die wirklich lebenswichtigen Organe kümmert und diese zuerst versorgt, muss der Eisenspiegel schon sehr gut sein, dass so unwichtige Strukturen wie deine Haare überhaupt etwas abbekommen.

Daher kann es sein, dass Du zwar im Normbereich liegst, aber trotzdem Haarausfall hast. Die Spannweite des Wertebereichs ist auch sehr hoch, wie ich Dir weiter unten noch zeige. Daher strebe ich selbst einen Ferritinwert im oberen Normbereich an.

Es ist auch von Körper zu Körper unterschiedlich. Der eine gibt etwas Eisen schon bei einem geringen Normwert an unwichtigere Körperstrukturen ab. Der andere erst dann, wenn der Wert schon nah am Optimum ist. Da hilft leider nur, sich selbst zu beobachten.

Und wie erkenne ich einen Eisenmangel noch?

Das „Problem“ mit dem Eisen ist, dass es so ein universelles Spurenelement ist. Es wird einfach für so viele Stoffwechselvorgänge gebraucht, dass ein Mangel sich in den unterschiedlichsten Symptomen zeigen kann. Man spricht da auch von „Allgemeinsymptomen“.

Das sind Symptome, die theoretisch tausend Ursachen haben können. Daher findet man bei ihnen nicht immer im ersten Anlauf den wirklichen Auslöser, wie beispielsweise Eisenmangel. An diesen solltest Du jedoch denken, wenn Du Leistungsschwäche an Dir feststellst, Du leichter reizbar oder zunehmend nervös wirst.

Auch Müdigkeit kann ein Zeichen von Eisenmangel sein. Da gerade viele Basedowler diese von sich kaum kennen, ist sie ein deutlicher Hinweis, mal einen Bluttest durchführen zu lassen.

Wie kann ich Eisen testen lassen?

Beim Arzt bzw. im Labor 😉 Ich habe mich bei der Blutkontrolle zunächst auf den Ferritinwert beschränkt. Den Test musste ich selbst bezahlen (etwa 15 Euro, etwas mehr) – Geld, das ich gerne in die Hand genommen habe.

Warum Ferritin?

Ferritin ist ein Eiweiß, das Eisen in deinem Körper speichert. Dieses wäre nämlich giftig, würde es frei in deinem Blut herumschwimmen. Das Ferritin umhüllt das Eisen wie ein Mantel, um deine Zellen zu schützen und ist ein Anzeiger für einen Eisenmangel oder -Überschuss.

Daher habe ich diesen Wert auch zur Einschätzung meines Eisenspiegels messen lassen. Der Normalwert für Frauen beträgt zwischen 10 und 120 µg/l, für Männer ist ein Bereich zwischen 20 und 250 µg/l in Ordnung. Bitte denk dran: Jedes Labor legt seinen Normwertbereich selbst fest. Mach Dir also keine Sorgen, wenn die Spanne bei Dir etwas anders aussieht.

Wie bekomme ich meinen Eisenhaushalt in den Griff?

Du musst kein Fleisch dafür essen, auch, wenn es ein sehr guter Eisenlieferant ist. Haferflocken, Nüsse oder Bohnen enthalten ebenfalls Eisen. Beachte jedoch, dass dein Körper pflanzliches Eiweiß nicht so gut aufnehmen kann wie tierisches. Du kannst ihn aber unterstützen, indem Du zusätzlich zu den Mahlzeiten etwas Vitamin C-haltiges verputzt. Das Glas O-Saft ist der Klassiker 😉

Oder Du besorgst Dir ein wirklich hochwertiges Eisenpräparat. (Hier beschreibe ich Dir, warum ich Nahrungsergänzungsmittel beim Basedow für sinnvoll halte.)

Ganz wichtig: Nimm Eisenpräparate nur nach einem Bluttest und unter ärztlicher Aufsicht mit regelmäßigen Kontrollen. Denn wenn Du zuviel davon nimmst, kannst Du dich auch vergiften oder die Überfunktion weiter befeuern.

Wie so häufig, macht auch hier die Dosis das Gift.

Eine Unterversorgung mit Eisen ist aber auch alles andere als gut, wie Du ja weiter oben schon gelesen hast. Gerade unter einer Autoimmunerkrankung wie dem Morbus Basedow solltest Du damit gut versorgt sein – also weder zu wenig noch zu viel.

Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin, Heilpraktikerin oder dergleichen, also kein Fachmensch. Alle meine Beiträge basieren auf meinen eigenen Erfahrungswerten und über die Zeit gesammeltem Wissen.

Published inFakten und WissenLaborwerte

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.