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Basedow: Vorsicht beim Zahnarzt!

Was hat der Zahnarzt mit Morbus Basedow zu tun, fragst Du dich? Und die Frage ist berechtigt, denn auf den ersten Blick hat die Schilddrüse nichts mit den Zähnen am Hut. Es geht auch weniger darum als vielmehr um die Behandlung beim Zahnarzt. Oder genauer gesagt: Die verabreichten Medikamente.

Die Zahnspritze: Fluch oder Segen?

Wenn Du mich als Milchzahnbesitzer (ja, ich habe wirklich noch welche …) fragst: Segen! Segen, ganz eindeutig! Kürzlich durfte ich aber auch die Schattenseite der Zahnspritze kennenlernen. Denn je nachdem, was Dir da so gespritzt wird, hat das Auswirkungen auf deine Schilddrüse!

Epinephrin = Adrenalin = Arme Schilddrüse!

In vielen Betäubungsmitteln ist als wichtiger Wirkbestandteil das sogenannte Epinephrin zu finden. Und das ist nichts anderes als Adrenalin! Dieses zieht in deinem Zahnfleisch die Blutgefäße zusammen.

Was macht Adrenalin aber nun problematisch für uns Basedowler?

Bekannte Nebenwirkungen

Schon für Menschen ohne Basedow kann Epinephrin eine Reihe an Nebenwirkungen haben, die dich vielleicht an deine Schilddrüsenüberfunktion erinnern:

  • Angst
  • Psychosen
  • Nervosität
  • Unruhe
  • Herzrasen
  • zusätzliche Herzschläge
  • Herzrhythmusstörungen
  • Bluthochdruck
  • Übelkeit
  • Schwitzen

Natürlich gibt es noch weitere Nebenwirkungen, aber diese hier sind eben speziell solche, die wir als Basedowler sehr gut kennen (leider). Und wenn wir ehrlich sind, sind das ja auch genau die Wirkungen, die wir von Adrenalin – dem Kampfhormon! – erwarten.

Es ist seine natürliche Aufgabe, beispielsweise den Puls zu beschleunigen. Denn es will uns kampfbereit machen!

Als Mensch mit einem (womöglich aktiven) Basedow hast Du von diesen Dingen jedoch schon mehr als genug. Es leuchtet ein, dass Du hier nicht auch noch Benzin aufs Feuer kippen möchtest.

Basedow Zahnarzt

Ist dein Basedow gerade aktiv, hast Du vermutlich auch einen erhöhten T4-Spiegel. Nun ist es leider so, dass dieses nicht nur den Abbau von Epinephrin in deinen Zellen verlangsamt – es erhöht obendrein noch deine Empfindlichkeit darauf! Dies führt wiederum dazu, dass die Nebenwirkungen des Epinephrins mit größerer Wahrscheinlichkeit auftreten und zudem ggf. stärker ausfallen (nachzulesen hier. Zwar wird hier von L-Thyroxin gesprochen, dieses ist jedoch – salopp gesprochen – nichts anderes als künstliches T4. Dieses wird zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion gegeben. Bei unserem Basedow (=Überfunktion) ist jedoch entsprechend viel T4 vorhanden.)

Du wunderst dich also, dass dein Puls, der gerade so schön stabil war, plötzlich wieder hoch hinaus will? Und hast zufällig gerade erst eine Erneuerung deiner alten Zahnfüllung bekommen? Dann klingel mal bei deiner Zahnarztpraxis durch und frag nach, welches Betäubungsmittel sie verwendet haben.

Also darf ich bei Basedow kein Epinephrin bekommen?

Das liegt letztlich im Ermessen deines Arztes. Allgemein wird aber gesagt, dass es bei einer Schilddrüsenüberfunktion nur unter strenger Überwachung, in so kleiner Dosis wie möglich für eine lokale Betäubung eingesetzt werden darf. Und dann auch nur, wenn Nutzen und Risiko sorgfältig geprüft werden!

Meine dringende Empfehlung: Sprich mit deinem Zahnarzt!

Auch, wenn Du einen Patientenerfassungsbogen ausgefüllt und deinen Basedow dort angegeben hast. Es passiert viel zu oft, dass etwas übersehen wird. Vielleicht liegt es auch daran, dass bestimmte Medikamente wie das Betäubungsmittel in der Zahnspritze einfach so standardmäßig verwendet werden, dass niemand mehr großartig drüber nachdenkt.

Also. Bevor Du den Pieks kriegst: Kommunikation! Erzähl deinem Zahnarzt von deinen Schilddrüsenproblemen und frage im Zweifel direkt nach dem Wirkstoff Epinephrin. Wenn es sein muss auch dann, wenn Du bereits auf dem Behandlungsstuhl sitzt!

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Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin, Heilpraktikerin oder dergleichen, also kein Fachmensch. Alle meine Beiträge basieren auf meinen eigenen Erfahrungswerten und über die Zeit gesammeltem Wissen.

Published inFakten und Wissen

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