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Basedow in der Schwangerschaft: Auswirkungen auf das Kind

Heute gibt es Infos für die Mütter unter euch. Es geht darum, welche Auswirkungen der Basedow in der Schwangerschaft auf dein Neugeborenes hat – und darum, was zu tun ist.

Die Informationen stammen alle aus der Leitlinie von AWMF online mit dem Titel: „Diagnostik bei Neugeborenen von Müttern mit Schilddrüsenfunktionsstörungen (Langversion)“.

Aus dieser Publikation habe ich die Informationen herausgepickt, die für dich als Mama oder werdende Mama mit Morbus Basedow wichtig sind. Denn in der Leitlinie geht es daneben auch um andere Schilddrüsenprobleme, allen voran den Hashimoto.

Unterfunktion scheint derzeit schneller erkannt zu werden als Überfunktion

Im Neugeborenenscreening wird nur der TSH geprüft, und zwar laut Bericht hauptsächlich um festzustellen, ob dieser erhöht ist (also auf eine Unterfunktion hinweist). Ist er nicht erhöht, wird wohl häufig auch nichts weiter gemacht und somit beispielsweise ein Morbus Basedow gar nicht erst erkannt (wobei die alleinige Bestimmung von TSH zur Basedow-Diagnostik umstritten ist. Ich selbst lege auf diesen ebenfalls kaum Wert, sondern auf ft3 und ft4).

Thyreostatika nehmen Einfluss auf das Kind

Wenn die Mutter Schilddrüsenhemmer – also Thyreostatika – einnimmt, könnte dies laut Bericht Folgen für das Neugeborene haben.

Studien haben nachgewiesen, dass die TRAK (Antikörper) der Mutter auf den Fetus übertragen werden können und so womöglich auch Einfluss auf dessen Schilddrüsenfunktion nehmen. Das wäre dann meistens ein Schubs Richtung Überfunktion, sehr selten aber auch mal Richtung Unterfunktion.

Warum kann beides ausgelöst werden? Weil es sogenannte stimulierende TRAK (TRAKs –> Überfunktion) und blockierende TRAK (TRAKb –> Unterfunktion) gibt, wobei letztere wesentlich seltener sind.

Auswirkungen von Morbus Basedow auf Neugeborene

Symptome eines Basedow beim Neugeborenen

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Neugeborene Schilddrüsenprobleme bekommt, hängt vom TRAK-Blutwert der Mutter ab. Diese Wahrscheinlichkeit schwankt zwischen 0.1 bis maximal 20 Prozent. Man nennt das Ganze beim Ausbruch dann „neonatale Hyperthyreose“. Betroffenen Kindern sieht man es an. Die Symptome sind vielfältig und mit denen Erwachsener zu vergleichen:

  • niedriges Gewicht bei der Geburt
  • Endokrine Orbitopathie, also die umgangssprachlichen „Glubschaugen)
  • Struma/Kropf
  • Herzrasen bis hin zur Herzinsuffizienz
  • Durchfall
  • schlechte Gewichtszunahme
  • Schwitzen
  • Bluthochdruck
  • Vergrößerung von Leber und Milz
  • Gallenstau
  • zu wenige Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut
  • zu viel Hämatokrit im Blut
  • und auch völlig andere Symptome, die eher auf Infekt schließen lassen würden

Diese armen Neugeborenen haben ein hohes Sterberisiko von 25 %.

Ob ein Neugeborenes mit Schilddrüsenüberfunktion direkt bei der Geburt diese Symptome zeigt, hängt ab von:

  • dem TRAK Wert der Mutter (je höher, desto ungünstiger)
  • ob und wie viele Thyreostatika die Mutter während der Schwangerschaft eingenommen hat

Nimmt die Mutter Schilddrüsenhemmer ein, so werden diese über die Plazenta auch auf das Kind übertragen, wo sie dessen Überfunktion quasi „mitbehandeln“.

Nach der Geburt ist diese Brücke weg und es kann durchaus sein, dass sich die oben genannten Symptome dann erst mit einiger Zeit Verzögerung zeigen. Der Bericht spricht von etwa 8 bis 9 Tagen, bis der Körper des Neugeborenen die Medikamente vollständig abgebaut hat.

Übrigens: Wenn die Mutter während der Schwangerschaft mit „zuviel“ Schilddrüsenhemmern behandelt wurde, kann die Schilddrüse des Neugeborenen dadurch unter Umständen auch in eine Unterfunktion getrieben werden. Bei Erwachsenen ist dies auch möglich!

Daher unterstreicht der Bericht, dass es bei Müttern mit positiven TRAK und/oder Einnahme von Schilddrüsenhemmern nötig ist, Neugeborene auf ft4, TRAK und TSH zu untersuchen. Falls der TRAK positiv ausfällt, auch mehrfach.

Auch Radiojodtherapie bringt keine Sicherheit

Auch, wenn die Mutter nach einer Radiojodtherapie „nach außen hin“ keinerlei Anzeichen eines Basedow mehr aufweist – die TRAK können trotzdem noch da sein. Und da diese wiederum beim Fetus/Neugeborenen die Schilddrüse beeinflussen können, sollte das Kind laut Bericht in der gleichen Weise untersucht werden wie ein Kind, dessen Mutter einen „normalen“ Basedow mit Medikamenteneinnahme hat.

So, das wären auch schon die Informationen, die ich der Leitlinie entnehmen konnte. Wenn Du nochmal genau nachlesen möchtest, hier gibt es die Originalpublikation.

Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin, Heilpraktikerin oder dergleichen, also kein Fachmensch. Alle meine Beiträge basieren auf meinen eigenen Erfahrungswerten und über die Zeit gesammeltem Wissen.

Published inBehandlungFakten und WissenSymptome und Diagnose

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