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Was tun bei einem Basedow-Schub?

Der Basedow-Schub: Ich verstehe darunter eine kurzfristige Rückkehr der Symptome, während Du dich bereits in der Behandlung befindest. Also zum Beispiel Medikamente nimmst oder sogar schon im Auslassversuch bist.

Ich weiß nicht genau, ob Basedow-Schübe tatsächlich schon einmal medizinwissenschaftlich nachgewiesen wurden. Dafür weiß ich aber, dass sehr viele Mit-Schmetterlinge davon berichten. Und ich selbst habe auch schon mehrere Basedow-Schübe erlebt. Oder eben das, was man als einen solchen bezeichnet.

Symptome eines Basedow-Schubes

Die decken sich in aller Regel mit jenen Beschwerden, die Du zum Zeitpunkt deiner (Erst-)Diagnose hattest. Du fühlst dich unter einem Basedow-Schub also an die Zeit erinnert, als Du wegen deiner Symptome zum ersten Mal zum Arzt gegangen bist.

Am häufigsten sind:

  • Herzrasen bzw. ein erhöhter Puls ohne deutlich erkennbare Ursache
  • Panikattacken
  • Reizbarkeit
  • Nervosität bzw. ein Gefühl der inneren Unruhe
  • Schwächeanfälle
  • Schwitzen
  • Schlafprobleme
  • Gelenkschmerzen, die manch einen Schmetterling ebenfalls plagen

Die Ursachen: Wann kommt ein Basedow-Schub?

Das ist ganz unterschiedlich, denn jeder hat seine ganz persönlichen Auslöser für Basedow-Schübe. Frage dich daher immer, was bei dir selbst zutreffen könnte. Es muss gar nichts sein, was ich gleich in meinen Beispielen aufführe. Erforsche, was deine Seele und deinen Körper beeinflusst. Vom Wetter bis zur Freizeitgestaltung.

Häufig ist die Ursache beispielsweise ein jodhaltiges Essen. Es kann sein, dass Du im Restaurant einmal vergessen hast zu fragen, ob zum Würzen Jodsalz verwendet wird – und Zack! Kann passieren. Oder Du bist einfach frech und naschst etwas Fisch, um zu sehen, ob Du das inzwischen schon wieder verträgst (was jetzt ausdrücklich keine Empfehlung ist).

Dabei musst Du beachten: Manch einer reagiert sensibler auf Jod, manch einer kann etwas mehr davon ab. Es kommt nicht nur auf den individuellen Körper, das Immunsystem oder die Schilddrüse an, sondern auch auf den „Status“ des Basedow. Ist er erst vor Kurzem diagnostiziert worden und Du befindest dich noch in der Medikamenteneinstellung? Dann reagierst Du wahrscheinlich sensibler auf ein Stück Lachs als jemand, der seit zwei Jahren in Remission ist (Remission = der Basedow ruht, ist also symptomfrei).

Auch Stress, negativer wie positiver, kann einen großen Einfluss ausüben. Viele Schmetterlinge bekommen es direkt mit Unruhe, Panikattacken und Schweißausbrüchen zu tun, wenn sie sich zu viel zumuten.

Manchmal kann auch seelische Belastung zu einem Schub führen. Das sind aber leider häufig Sachen, die wir nicht beeinflussen können. Vom Tod eines geliebten Menschen, Arbeitsplatzverlust oder Streit bis hin zur Trennung ist alles möglich, und nicht immer können wir etwas dafür.

Basedow Stress

Was tun bei einem Basedow-Schub?

Die Maßnahmen sind so individuell wie die Auslöser. Meine Erfahrung und die anderer Schmetterlinge lehrt aber, dass folgende Maßnahmen schon einmal sehr sinnvoll sind:

  1. Weg mit dem Stress! Schalte den Stress bzw. die Stresssituation, in der Du dich befindest, so gut wie möglich aus. Delegiere beispielsweise Aufgaben. Sag einen Termin ab oder verschiebe ihn. Sprich mit jemandem, der eine Lösung wissen könnte.
  2. Rückzug von Menschen – wenn Du nicht gerade mit jemandem sprechen möchtest, der Dir mit deinem akuten Problem helfen kann. Daran ist nichts Verwerfliches! Vor allem, wenn Du jemand bist, der Zeit für sich braucht, um seine Batterien wieder aufzutanken. Je nach Stresslevel können deine Batterien eine Woche oder einen Tag halten. Also zögere nicht, Dir deine Zeit zu nehmen.
  3. Viel trinken – ein Universalmittel, das immer hilft. Gerade wenn Du in deinem Basedow-Schub viel schwitzt oder Kopfschmerzen bekommst, wirkt Wasser Wunder.
  4. Frische Luft – pustet gerade bei Kopfschmerz, Nervosität und Panik den Kopf geradezu frei. Hilft dir, wieder klare Gedanken zu fassen.
  5. Bewusste, ruhige Atmung und Entspannung – Wo wir schon beim Thema „Luft“ sind. Eine tiefe Bauchatmung hilft vor allem bei innerer Unruhe und Panik. Warum? Weil eine flache Brustatmung deinen gesamten Körper verkrampfen lässt: Brust, Kiefer, Beine. Du möchtest Sauerstoff einatmen, kannst dies aber kaum, weil die Atemwege durch die Verkrampfung (zum Teil) blockieren. Entspannst Du dich aber bewusst und nimmst tiefe, lange Atemzüge, bekommen deine Zellen ihren Sauerstoff. Das gesamte System beruhigt sich. Du kennst die heilende Wirkung einer tiefen Atmung wahrscheinlich von Prüfungen oder vor einem Bungee-Sprung: „Erstmal tief durchatmen!“ Dieses Rezept gegen Angst und Stress ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst.
  6. Meditation: Eins der besten Mittel, die ich gegen meine Basedow-Schübe einsetze. Meditation verbindet eine ruhige Atmung mit der Ausschaltung von Stress. Die Gedanken kommen zur Ruhe und Du findest deinen Fokus wieder. In einem Basedow-Schub wirkt die Meditation wie eine Bremse. Besonders bei starkem Herzklopfen setze ich sie gern ein, denn mir ist aufgefallen, dass sich mein Herzschlag dadurch verlangsamt (vermutlich liegt das an der bewussten Atmung und dem Absinken des Stresshormon-Levels).
  7. Yoga: Hat eine ähnliche Wirkung wie Meditation. Ich setze Yoga in einem Basedow-Schub gern ein, wenn Geist und Muskeln zu unruhig sind, um in die Meditation zu kommen. Es ist quasi eine Art „bewegte Meditation“. Sehr zu empfehlen.
  8. Zum Arzt. Wenn die Symptome zu heftig werden oder lange anhalten. Außerdem solltest Du deinen Arzt beim nächsten Besuch auf deinen Basedow-Schub ansprechen. Wenn der nächste Termin zu weit in der Zukunft liegt, greif‘ einfach zum Telefon.

Warum ich meine Basedow-Schübe sogar mag

Mein Körper meldet sich sofort mit einer verdickten Schilddrüse und Herzklopfen, wenn ich mal wieder in die Stressfalle getappt bin.

Da sich mein Zustand schon so sehr gebessert hat, vertrage ich von Tag zu Tag mehr „Stress“ und Action (also positiven Stress ;)). Es geht so gut, dass ich den Basedow manchmal vergesse und mir wieder zu viel aufbürde. Dann sagt die Schilddrüse direkt bescheid und holt mich auf den Boden zurück.

Es ist übrigens nicht so, dass das Herzklopfen mich wieder zum Arzt jagen würde oder die Schilddrüse so stark verdickt, dass ich keine Luft mehr bekomme. Nein, nein. Die Symptome sind ganz dezent. Der Puls erhöht sich um eine Handvoll Schläge, auf der Treppe komme ich nicht ganz so schnell hoch. Wenn ich den Hals zurücknehme, sehe und fühle ich ein winziges Beulchen.

Diese kleinen Hinweise reichen mir aber schon. Vielleicht waren sie früher auch schon da. Der Unterschied ist, heute bemerke ich sie. Weil ich durch den Basedow gelernt habe, viel sensibler auf die Signale zu achten, die mein Körper sendet.

So gesehen, sind mir meine „Basedow-Schübe“ sogar willkommene Freunde. Denn sie wirken wie eine Alarmglocke, die anschägt, wenn ich wieder drohe, in alte (ungesunde) Muster zu verfallen. Klar, manchmal ist es nervig. Aber der Nutzen überwiegt 😉

Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin, Heilpraktikerin oder dergleichen, also kein Fachmensch. Alle meine Beiträge basieren auf meinen eigenen Erfahrungswerten und über die Zeit gesammeltem Wissen.

Published inBehandlungFakten und Wissen

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