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Basedow ohne Symptome?

Die allermeisten von uns werden durch Herzrasen, Muskelschwäche, Panikattacken oder andere Quälereien zum Arzt getrieben, der dann die Diagnose „Morbus Basedow“ ausstellt. Manch einer bekommt den Befund aber auch durch reinen Zufall. Ja, es gibt ihn: den Basedow ohne Symptome. Naja, zumindest so in etwa.

Wie kann das sein?

Tatsächlich dürfte quasi jeder von uns zu Beginn eines Basedow noch keine Symptome haben. Beziehungsweise nur so leichte, dass man sie gar nicht bemerkt.

Der Basedow kommt in aller Regel schleichend und intensiviert seine Anzeichen Tag für Tag um ein Promill mehr1.

„Etwas mehr Schwitzen? – Kann daran liegen, dass ich schlecht geträumt habe.“

„Herzrasen? – Das muss mit der Aufregung um die Zwischenprüfung zusammenhängen. Lass‘ mich erstmal ein paar Tage ausruhen, dann wird das wieder.“

„Ich kann einfach nicht stillsitzen und habe das dringende Bedürfnis, zehn Kilometer bei Regen durch den Wald zu laufen. Jetzt. Der Gedanke daran, hier gemütlich sitzenzubleiben, macht mich nervös. Ich bin so voller Energie! Warum in Gottes Namen sollte ich da an eine Erkrankung denken?“

Du siehst, der Basedow ist ein richtiger Könner, wenn es darum geht, langsam und allmählich Besitz von Dir zu ergreifen.

Gestützt wird diese Hypothese durch die Tatsache, dass die meisten von uns recht lange mit Symptomen herumlaufen, die zunächst unerklärbar erscheinen. Therapieansätze sind wirkungslos, eine Krankheit kann nicht eindeutig identifiziert werden und häufig wird das Ganze dann auch als „psychosomatisch“ bezeichnet.

Gehörst Du zu den Menschen, die völlig unerwartet ihre Diagnose bekommen haben, obwohl es ihnen top geht? Dann wird das wahrscheinlich bei einer Routineuntersuchung herausgekommen sein. Eine Routineuntersuchung, die deinen Basedow bei seinem Einschleichmanöver überrascht hat!

Darum ist das gut!

„Was soll an meiner Diagnose gut sein?“, denkst Du jetzt vielleicht. Und weißt Du was? Ich stimme Dir zu. Schön ist das nicht. Aber: Bitte sei froh und dankbar, deine Diagnose jetzt schon erhalten zu haben. Denn jetzt kannst Du bereits frühzeitig gegensteuern.

Die Symptome eines ausgeprägten Basedow sind wirklich nicht angenehm, um es milde auszudrücken. Dass Du sie gar nicht erst zu spüren bekommst, ist ein Geschenk. Pass gut darauf auf!

Was Du jetzt tun kannst

Bitte nimm die Ratschläge deines Arztes ernst und handle, als ob Du wirklich Symptome hättest. Denn ohne Behandlung werden sie höchstwahrscheinlich kommen! Lies dich gern hier auf „Basedow und Ich“ ein (es gibt auch Erfahrungsberichte, in denen Dir Betroffene genau schildern, wie das Ganze bei ihnen ablief).

Denn dass Du noch nichts vom Basedow spürst, heißt nicht, dass er weniger ausgeprägt oder schlimm wäre. Sondern es heißt nur, dass er in früheren Phase abgefangen wurde, in der noch keine Fahrt aufnehmen konnte.

Deine große Herausforderung

Das Schwierigste an der Sache ist sicher, dass Du tiefgreifende Maßnahmen ergreifen musst, ohne deren Notwendigkeit am eigenen Leib zu spüren – weil es Dir ja augenscheinlich total gut geht.

Man könnte sagen, wir anderen mit Symptomen haben in diesem Punkt einen (zweifelhaften) Vorteil: Wir wissen, wie es sich anfühlt.

Wir wissen, wie es ist, scheinbar wie aus dem Nichts Panik und Schweißausbrüche zu bekommen.

Wie es sich anfühlt, wenn das Herz pocht und rast, bis Dir die Luft wegbleibt.

Wir haben die Verzweiflung erlebt, die uns befällt, weil wir einfach nichts tun können. Weil das Herz ohne offensichtlichen Grund völlig austickt und nichts, was wir versuchen, hilft.

Deshalb fällt es uns vielleicht leichter, die Gegenmaßnahmen umzusetzen, die den Basedow wieder schlafen legen.

Dennoch hoffe ich, dass Du dich nicht von deiner Symptomlosigkeit täuschen lässt. Davon, dass es Dir (noch) gut geht. Neben den Ratschlägen des Arztes haben mir folgende Punkte geholfen:

  • Entspannung
  • das Abspecken meiner Terminliste
  • die Reduktion meiner Jodaufnahme mit dem richtigen Essen
  • Selbstfürsorge
  • Meditation
  • die Prüfung von Mikronährstoffen im Blut (wie zum Beispiel Selen)

Sehr vieles von dem Genannten findest Du hier auf Basedow und Ich.

Und das Allerwichtigste zum Schluss: Sei gut zu Dir.

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Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin, Heilpraktikerin oder dergleichen, also kein Fachmensch. Alle meine Beiträge basieren auf meinen eigenen Erfahrungswerten und über die Zeit gesammeltem Wissen.

  1. Vgl. „Hyperthyreose bei Kindern und Jugendlichen“ unter: https://www.springermedizin.de/emedpedia/paediatrische-endokrinologie-und-diabetologie/hyperthyreose-bei-kindern-und-jugendlichen?epediaDoi=10.1007%2F978-3-662-52794-8_29 (abgerufen am 07.05.2022)
Published inDer BasedowFakten und Wissen

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