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Basedow-Mythen 3: Der Basedow ist nur eine Erkrankung der Schilddrüse

Wie oft habe ich das inzwischen gehört? Unzählige Male. Vor allem Basedow-Frischlinge, die sich gerade informieren, warten mit dieser These auf. Der Morbus Basedow sei nur eine Erkrankung der Schilddrüse.

Eigentlich muss man hier nicht päpstlicher sein als der Papst, denn den Großteil dieser Aussage finde ich richtig. Heute möchte ich nur eins klarstellen: Nämlich, dass der Basedow nicht nur eine Erkrankung der Schilddrüse ist.

Der Schlüssel ist das Wörtchen „nur“.

Richtig ist, dass die Schilddrüse des Basedow‘ liebstes Opfer zu sein scheint.

Der Prügelknabe sozusagen. Der- (oder eher die-)jenige, den er „auf dem Kieker“ hat. Die Schilddrüse anzugreifen, macht ihm besonders viel Spaß. Deshalb sieht man ihn im Allgemeinen und in erster Linie eben als eine Erkrankung des Schmetterlingsorgans1.

Der Basedow schädigt auch andere Organe und Strukturen

Fakt ist: Der Basedow greift auch andere Bereiche des Körpers an2. Diejenigen unter uns, die mit hervortretenden Augen zu kämpfen haben, wissen darüber am allerbesten bescheid (hier wird das Fettgewebe in den Augenhöhlen attackiert). Zudem kann der Basedow beispielsweise die Muskeln oder Knochen angreifen! Wenn Du genau hinschaust, erkennst Du: Grundsätzlich sind die TSH-Rezeptoren das Angriffsziel der Antikörper (TRAK = TSH-Rezeptor-Antikörper3).

Nicht ein bestimmtes Organ oder der Körperbereich selbst. Diese haben einfach nur das Pech, dass sie von Rezeptoren besiedelt werden, die den TSH-Rezeptoren ähneln2 – und die der Basedow zum Fressen gern hat. Und genau deshalb werden sie in Mitleidenschaft gezogen.

Du siehst also, unser Basedow ist kein ausschließliches Leiden der Schilddrüse. Es sind die Rezeptoren, die er angreift, und die können auch in anderen Körperbereichen zuhause sein.

Man kann den Basedow nicht wegzaubern

Deshalb kann man in meinen Augen übrigens auch nicht sagen: „So, ich lasse mir in einer OP die Schilddrüse entfernen und der Basedow ist weg.“ So wird beispielsweise häufig beobachtet, dass eine endokrine Orbitopathie nach einer OP oder Radiojodtherapie nicht nur bestehen bleiben, sondern sich auch noch verschlechtern kann4,5.

Wenn es nur so einfach wäre! Aber dass die definitive Therapie den Basedow gänzlich verschwinden lässt, ist ein Mythos, der in vielen Köpfen kursiert. Wenn die Schilddrüse weg ist, kann der Basedow eben trotzdem noch Prügelknaben finden, die sich in anderen Körperbereichen vor ihm verstecken.

Manchmal – häufig! – ist der Basedow nicht der motivierteste Jäger und findet seine Opfer tatsächlich nicht. Stattdessen geht er lieber schlafen. Dann war die OP so erfolgreich, wie man es sich nur wünschen kann! Tatsächlich gibt es nämlich auch Fälle, in denen sich beispielsweise eine endokrine Orbitopathie nach dem Eingriff gebessert hat4.

Der Basedow – mehr als nur ein Schilddrüsenliebhaber

Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung. Laut geltender medizinischer Meinung wirst in ihm einen lebenslangen Begleiter haben6 – da er als unheilbar gilt auch dann, wenn Du dich von deiner Schilddrüse trennst. (Anmerkung: Ich selbst bin mittlerweile davon überzeugt, dass der Basedow heilbar ist. Dies ist jedoch meine ganz persönliche Ansicht und keine offizielle.)

Endgültige Lösungen wie RJT und OP können trotzdem viele Vorteile haben, wie ich soeben beschrieben habe. Aber sie können den Basedow nicht einfach wegzaubern. Auch, wenn das eine sehr verlockende Vorstellung wäre.

Ich selbst habe festgestellt, dass ich sehr viel selbst unternehmen konnte/kann, um meinen Basedow zu zähmen.

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Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin, Heilpraktikerin oder dergleichen, also kein Fachmensch. Alle meine Beiträge basieren auf meinen eigenen Erfahrungswerten und über die Zeit gesammeltem Wissen.

  1. Vgl. Kremser, Dr. Katharina: Morbus Basedow: Ursachen, Symptome, Therapie unter: https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/autoimmunerkrankungen/morbus-basedow-ursachen-symptome-therapie-733779.html (abgerufen am 27.04.2022)
  2. Vgl. „Medizinische Grundlagen“ unter: http://www.basedow.ch/index.cfm?srv=cms&rub=1026&srub=1026&prub=1013&id=1038 (abgerufen am 27.04.2022)
  3. Vgl. Voos, Dr. med. Dunja: „Schilddrüsen-Antikörper: MAK (TPO-Antikörper), TAK, TRAK“ unter: https://www.apotheken-umschau.de/diagnose/laborwerte/schilddruesen-antikoerper-mak-tpo-antikoerper-tak-trak-743949.html#:~:text=%22TRAK%22%20(TSH%2DRezeptor,und%20T4%20ins%20Blut%20abzugeben. (abgerufen am 27.04.2022)
  4. Vgl. „Operation“ unter: https://www.morbusbasedow.de/index.php/therapie/operation#:~:text=Die%20Entfernung%20der%20Schilddr%C3%BCse%20scheint,Orbitopathie%20nach%20der%20Operation%20verschlechtert. (abgerufen am 27.04.2022)
  5. Vgl. „Verschlimmerung einer endokrinen Orbitopathie infolge Radiojodtherapie bei M. Basedow kann durch Prednisolon verhindert werden“ unter: https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=1998&S=14a#:~:text=Mehrfach%20ist%20beschrieben%20worden%2C%20da%C3%9F,Orbitopathie%20auftritt%20oder%20sich%20verschlimmert. (abgerufen am 27.04.2022)
  6. Vgl. „Morbus Basedow (Immunthyreopathie)“ unter: https://www.euradia-nuklearmedizin.de/diagnostik-therapie/patienteninformationen/morbus-basedow/#:~:text=Wie%20alle%20Autoimmunerkrankungen%20ist%20der,Operation%20oder%20Radiojodtherapie%20ausgeschaltet%20werden. (abgerufen am 27.04.2022)
Published inDer BasedowFakten und Wissen

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