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Basedow FAQ’s

Die wichtigsten FAQ’s zum Morbus Basedow. Schnelle Antworten für die Eiligen unter uns 😉

Was ist Morbus Basedow?

Morbus Basedow, auch unter dem Namen „Graves Disease“ oder „Basedowsche Krankheit“ bekannt, ist eine Autoimmunerkrankung unserer Schilddrüse, die sich durch eine Überfunktion des „Schmetterlingsorgans“ äußert.

Ist Morbus Basedow gefährlich?

Unbehandelt, ja. Es kann sein, dass Du eine thyreotoxische Krise erleidest, bei der Du schlimmstenfalls ins Koma fallen und sterben kannst.

Aber keine Panik. Dies ist nur die allerletzte Konsequenz, die eintreten kann, aber nicht muss.

Wichtig ist, dass Du zügig zum Arzt gehst. Folgst Du seinen Anweisungen, würde ich persönlich den Basedow nicht mehr als (lebens-)gefährlich einschätzen.

Nimm deine Symptome immer ernst und sei immer auf der Hut, auch wenn dein Basedow bereits seit einigen Jahren ruht.

Welche Symptome habe ich bei Morbus Basedow?

Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  • Herzrasen
  • Nervosität
  • innerliche Unruhe
  • Konzentrationsprobleme
  • übermäßiges Schwitzen und Wärmeempfindlichkeit
  • rasanter Gewichtsverlust
  • Heißhunger
  • Muskel- und Leistungsschwäche
  • Reizbarkeit
  • Panikattacken, Angstzustände
  • Schlafstörungen
  • Menstruationsstörungen (Dauer, Stärke der Blutung, Zeitabstände zwischen den Blutungen)
  • Verdauungsprobleme, meistens „schnelle“ Verdauung (häufiger und ggf. dünnflüssiger Stuhlgang)

Äußerlich sichtbare Symptome:

  • Hervortretende Augen (Endokrine Orbitopathie)
  • Kropf am Hals (durch Vergrößerung der Schilddrüse)

Mehr zu den Symptomen des Basedow findest Du hier.

Wie wird Morbus Basedow festgestellt?

Festgestellt wird der Basedow durch:

  • Bluttest (Großes Blutbild mit Schilddrüsenwerten)
  • Sonografie (Ultraschall) der Schilddrüse

In 99 Prozent der Fälle reichen diese Untersuchungen. Ansonsten wird manchmal noch eine Szintigrafie (misst die Aktivität des Organs) durchgeführt.

Mehr zu den Laborwerten findest Du hier (und speziell für die Leber als Schlüsselorgan bei Basedow hier).

Was tun bei Morbus Basedow?

  1. Symptome checken
  2. Schnellstmöglich den Hausarzt aufsuchen und dort einen Bluttest machen, ggf. Überweisung an den Endokrinologen oder einen vergleichbaren Spezialisten
  3. Keinen Sport machen / Keine körperliche Belastung, solange die Symptome anhalten
  4. Emotionale Belastungen und Stresssituationen so weit wie nur irgend möglich ausschalten (Nimm diesen Punkt bitte sehr ernst!)
  5. Jodarm bis quasi jodfrei ernähren
  6. Viel Ruhe und Entspannung

… und die Besserung abwarten. Das wird! 🙂

Wie lange bin ich bei Morbus Basedow krankgeschrieben?

Es kommt darauf an.

Je nach Schweregrad und Verlauf zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten. Meiner Erfahrung nach werden die meisten Patienten zwischen drei und sechs Wochen krankgeschrieben.

Da bei mir die Medikamente nicht taten was sie sollten und lange nach einem passenden Mittel gesucht werden musste, waren es in meinem Fall etwa drei Monate.

Wie lange muss ich bei Morbus Basedow Medikamente einnehmen?

Im Allgemeinen zwischen 1 und 2 Jahren. Danach wird ein Auslassversuch gestartet.

Was ist ein Auslassversuch?

Der Versuch, die Medikamente wegzulassen, nachdem Du diese eine Zeit lang (meistens 1 bis 2 Jahre, siehe oben) eingenommen hast.

Deine Chancen stehen 50:50, dass der Basedow sich beruhigt hat und Du symptomlos bleibst. Ansonsten fällst Du in ein sogenanntes „Rezidiv“, das dann erneut therapiert wird.

Was ist, wenn die Medikamente nicht anschlagen?

Dann gibt es zwei Optionen:

  • Radiojodtherapie
  • Operation (Entfernung der Schilddrüse)

Beides sind sogenannte endgültige Therapien. Dein Schilddrüsengewebe wird zerstört, was in den allermeisten Fällen zu einer Unterfunktion führt. Dann musst Du ein Leben lang künstlich Hormone zuführen.

Soll ich mich bei Morbus Basedow nicht lieber gleich operieren lassen?

In den meisten Fällen werden die Ärzte Dir (zu recht) davon abraten. Warum? Weil Du nach einer medikamentösen Behandlung – die allermeistens sehr gut anschlägt – eine 50-prozentige Chance hast, wieder symptomlos zu werden.

Erst, wenn dieser Versuch fehlschlägt, wird Dir wohl eine Operation oder Radiojodtherapie vorgeschlagen werden.

Es kann allerdings sein, dass in sehr schweren oder entsprechend begründeten Fällen gleich operiert wird.

Was ist ein Rezidiv?

Man spricht von einem Rezidiv, wenn dein Morbus Basedow nach Absetzen der Medikamente wieder zurückkommt.

Was wird gemacht, wenn ich ein Rezidiv bekomme?

Wenn der Morbus Basedow nach Absetzen deiner Medikamente erneut ausbricht, entscheidet der Arzt ganz individuell, ob Du es erneut mit Medikamenten versuchen oder eine endgültige Therapie durchführen sollst (Radiojodtherapie oder Operation).

In aller Regel wird aber nicht allzu häufig erneut mit Medikamenten behandelt, sondern eine endgültige Lösung vorgeschlagen.

Was bedeutet, dass der „Basedow ruht“?

Morbus Basedow hat man lebenslang, er gilt als nicht heilbar. Er kann aber (durchaus auch bis ans Lebensende) „ruhen“, das heißt, symptomlos sein. Dann ist es, als sei er gar nicht da.

Sei Dir aber immer bewusst, dass dein Basedow jederzeit wieder ausbrechen kann.

Ist der Morbus Basedow häufig?

Im Vergleich zu Hashimoto ist er selten. Insgesamt gibt es jedoch recht viele Betroffene, ich habe gehört, dass die Zahlen in den letzten Jahren ansteigen. Ich vermute, das könnte mit dem erhöhten Stresslevel unserer heutigen Zeit zusammenhängen.

Wie entsteht Morbus Basedow?

Nach allem was ich gehört habe, ist diese Frage nicht abschließend geklärt. Als Risikofaktoren und mögliche Auslöser gelten aber:

  • genetische Veranlagung
  • (Dauer-) Stress
  • Emotionale Belastung

Der Basedow ist ein Paradebeispiel dafür, wie eng Körper und Psyche zusammenhängen. Meistens scheint der Ausbruch aufgrund einer Kombination der oberen drei Faktoren zustande zu kommen. Mehr dazu findest Du hier.

Wie soll ich bei Morbus Basedow essen?

Manche Ärzte empfehlen eine jodarme Ernährung, andere wiederum sagen, man braucht an seinem Essverhalten sich zu verändern.

Mir hat eine jodarme Ernährung sehr gut getan, zumindest in der Zeit, bis die Medikamente richtig eingestellt waren. Daher würde ich das jedem empfehlen.

Ziemliche Einigkeit herrscht darüber, dass wir Basedowler aufgrund des hohen Jodgehaltes Meeresfrüchte aller Art (von Lachs bis Garnele), Sushi, Algen und jodiertes Speisesalz vermeiden sollten.

Wann kann ich nach der Diagnose des Morbus Basedow wieder Sport machen?

Auch hier kommt es auf den Schweregrad und Verlauf an.

In der Akutphase wird dir der Arzt Sport „verbieten“, da er eine zu hohe Belastung für dein Herz darstellen würde. Sobald die Medikamente anschlagen und deine Symptome sich bessern, kannst du ganz langsam wieder einsteigen.

Achtung: Beachte deinen verstärkten Muskelabbau im Verlauf deiner Erkrankung. Gewöhne Muskeln, Sehnen und Bänder sehr behutsam an die erneute Belastung. Weniger ist oft mehr!

Mehr zum Sport bei Morbus Basedow findest Du hier.

Published inFakten und Wissen

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