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B-Vitamine: Sinnvoll bei Basedow?

Was haben Haut, Haar, Stoffwechselvorgänge, Blut, Gehirn und Nerven gemeinsam? Sie brauchen alle die Vitamine der B-Familie dringend, um problemlos zu funktionieren. Doch wie wichtig ist diese vielseitige Vitamin-Gruppe für deinen Morbus Basedow?

Vitamin B Basedow

Eine große Familie

  • B1 – Thiamin.
  • B2 – Riboflavin
  • B3 – Nicotinsäure
  • B5 – Pantothensäure
  • B6 – Pyridoxin, Pyridoxamin, Pyridoxal
  • B7 – Biotin, selten auch „Vitamin H“ genannt
  • B9/B11 – Folsäure
  • B12 – Cobalamin

Puh, das ist eine ganz schöne Großfamilie!

Mit Ausnahme von Vitamin B12 sind alle Familienmitglieder wasserlöslich. Ergo, dein Körper kann sie nicht speichern. Das wiederum bedeutet einerseits, dass Du sie regelmäßig in ausreichender Menge zu Dir nehmen musst. Andererseits kannst Du sie auch nicht überdosieren, da Du ein Zuviel einfach wieder ausscheidest.

Wie viel brauche ich?

Hier zeige ich Dir, wie viel wovon Du täglich so brauchst. Bitte beachte die Unterschiede „Microgramm = mcg“ und „Milligramm = mg“ 🙂

  • B1 – Frauen 1 mcg, Männer 1.1 bis 1.3 mcg
  • B2 – Frauen 1 bis 1.1 mg, Männer 1.3 bis 1.4 mg
  • B3 – Frauen 11 bis 13 mg, Männer 14 bis 16 mg
  • B5 – Frauen 6 mg, Männer auch 6 mg
  • B6 – Frauen 1.4 bis 1.6 mg, Männer 1.2 mg
  • B7 – Frauen 30 bis 60 mcg, Männer auch 30 bis 60 mg
  • B9/B11 – Frauen 300 mcg, Männer auch 300 mcg
  • B12 – Frauen 4 mcg, Männer auch 4 mcg

Vitamin B Basedow

Warum brauche ich speziell als Basedowler die B-Vitamine?

Vor allem wenn Du während deines Basedow unter Haarausfall leidest, ist beispielsweise Vitamin B2 sehr sinnvoll. Es wirkt effektiv gegen dünnes, brüchiges Haar, aber auch bei Konzentrationsproblemen (die bei uns Basedowlern ebenfalls häufig sind).

Vitamin B6 unterstützt das Immunsystem und ist gerade bei Frauen wichtig für die Regulation des Haushalts der Sexualhormone. Typische Basedow-Symptome wie Reizbarkeit, Anfälligkeit für Stress und Nervosität werden auch von einem Mangel an B6 hervorgerufen. Das bei Basedow aus dem Gleichgewicht geratene Immunsystem kann eine ausreichende Versorgung damit also sehr gut gebrauchen.

Bitte beachte: Es bringt nicht viel, B-Vitamine wie zum Beispiel B6 oder B2 einzeln zu supplementieren, weil sie immer von ihrem Familienverband abhängig sind. Jedes B-Vitamin braucht immer die Unterstützung anderer B-Vitamine, um zu funktionieren. Deshalb empfehle ich Dir immer die Einnahme eines Vitamin B-Komplexes.

Vitamin B Basedow

Wie versorge ich mich mit B-Vitaminen?

Glücklicherweise kommt die B-Großfamilie in sehr vielen Lebensmitteln vor. Mit einer gesunden Ernährung kommst Du also schon weit. Hier sind ein paar ausgewählte Lebensmittel, die besonders viele B-Vitamine enthalten:

  • Avocados
  • Bananen
  • Champignons
  • verschiedene Kohlsorten wie Brokkoli und Grünkohl, Rosenkohl, Blumenkohl
  • Feldsalat
  • Hülsenfrüchte, allen voran Linsen und Erbsen
  • Kartoffeln
  • Vollkornbrot
  • Sesam
  • Sonnenblumenkerne (gerne zum Beispiel als Topping auf dem Basedow-Porridge!)
  • Huhn
  • Rind/Kalb
  • für Vegetarier sind auch (Weich-)Käse und Eier interessant. Sie enthalten – wenn auch verglichen mit Fleisch eher geringere Mengen – Vitamin B12

Vitamin B12 soll ja vor allem für Veganer ein Thema sein, da nur tierische Produkte B12 enthalten sollen. Bist Du ein Veganer, so kannst Du beispielsweise auf den Verzehr von Pflanzenmilch, -quark oder -joghurt achten, dem das Vitamin angereichert wurde.

Bitte beachte, Vitamin B12 wird von Mikroorganismen hergestellt. Manch einer ist der Auffassung, dass das B12 in Algen oder fermentiertem Gemüse wie Sauerkraut (auch Kimchi) ebenfalls für eine Versorgung geeignet ist. Das ist es aber leider nicht, wie hier nachzulesen ist. Das heißt, als Veganer kommst Du um eine Supplementierung nicht herum.

Muss ich Nahrungsergänzungsmittel nehmen?

Wie Du oben schon gelesen hast, empfehle ich den Veganern unter uns, mindestens Vitamin B12 zu supplementieren. Aber bitte mit Bedacht! Lass auf jeden Fall zuerst deinen Blutspiegel testen, dann weißt Du, wohin die Reise geht. Und Du kannst auch nicht überdosieren (denn Vorsicht: Neben B3 ist B12 das B-Vitamin, das man relativ schnell überdosieren kann).

Die wichtigsten Darreichungsformen für B12 sind:

  • Hydroxocobalamin: Die Form des B12, die in Lebensmitteln am häufigsten vorliegt. Wird erst im Körper in seine aktive Form umgewandelt.
  • Cyanocobalamin: Jene synthetische B12-Variante, die am weitesten verbreitet ist und deren Wirksamkeit mehrfach sicher bestätigt wurde. Achtung: Nicht verwenden, wenn Du Nierenprobleme hast oder Raucher bist, denn dann nimmst Du es evtl. schlechter auf
  • Methylcobalamin und Adenosylcobalamin: Die im Körper aktiven Versionen des B12, diese kann dein Körper also direkt nutzen und muss sie nicht erst umwandeln.

Alle drei Formen funktionieren prima, ob als Lutschtablette, Zahnpasta, Nasentropfen oder Spray. Die Möglichkeiten sind endlos.

Für die anderen B-Familienmitglieder gilt: Lass deinen Blutspiegel testen und schau, ob Du einen Mangel hast. Falls ja, darfst Du nach einem guten Supplement schauen. Ansonsten reicht meiner Meinung nach eine konsequent abwechslungsreiche und gesunde Ernährung. Zudem empfehle ich, halbjährlich bis jährlich die Blutwerte aller Vitamine – inklusive der B- Vitamine – beim Arzt checken zu lassen. So bist Du immer auf der sicheren Seite 🙂

Wenn Du B-Vitamine ergänzen möchtest, ergibt es immer Sinn, gleich einen Vitamin B-Komplex zu verwenden. Warum? Weil sie synergetisch wirken, das heißt, ein B-Vitamin funktioniert nur im Zusammenspiel mit einem anderen Familienmitglied.

Gerade was die Supplementierung von Vitamin B12 angeht, kann ich diese Seite wärmstens empfehlen. Sehr detailliert und gut recherchiert!

Falls Du schwanger bist, darfst Du gern Folsäure ergänzen. Ansonsten aber nur bei einem Mangel, denn Studien weisen darauf hin, dass ein allzu großer Überschuss auch Krebs begünstigen kann.

In diesem Sinne: Pass auf dich auf, iss eine Banane mehr zum Frühstück und hab einen wundervollen Tag 🙂

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Bitte beachte: Ich bin keine Ärztin, Heilpraktikerin oder dergleichen, also kein Fachmensch. Alle meine Beiträge basieren auf meinen eigenen Erfahrungswerten und über die Zeit gesammeltem Wissen.

Published inBehandlungErnährungFakten und Wissen

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